Reiserecht: Reiserücktrittsversicherung muss bei Komplikationen in der Schwangerschaft zahlen

Eine Schwangerschaft ist keine Krankheit: Kann eine Reise wegen Komplikationen während der Schwangerschaft nicht wahr genommen werden, muss die Reiserücktrittsversicherung dafür aufkommen.

Treten bei einer normalen Schwangerschaft plötzlich Komplikationen auf, ist das ein akzeptabler Grund, um die Reise zu stornieren, urteilte das Amtsgericht München.

Im vorliegenden Fall hatte ein Ehepaar zusammen mit ihrem Sohn eine Reise nach Griechenland gebucht. Auch eine Reiserücktrittsversicherung buchte das Paar dazu. Bei der Buchung war die Frau bereits schwanger, allerdings gab es hier noch keine Probleme. Einige Zeit später klagte die Frau über vorzeitige Wehen. Ihre Ärztin riet ihr von der Reise ab. Das Paar forderte von ihrer Reiserücktrittsversicherung 2535 Euro Stornokosten. Die Versicherung lehnte erst ab, da die Schwangerschaft schon bei Antritt der Reise bekannt gewesen sei und sie nur bei schweren Erkrankungen für den Rücktritt aufkommen würde.

Reiserücktritt bei Komplikationen in Schwangerschaft

Reiserücktritt wegen Schwangerschaft (Foto: Thinkstock)

Das Ehepaar klagte gegen die Versicherung und erhielt Recht. Zwar ist sei eine Schwangerschaft als solche nicht als Krankheit zu bewerten, treten aber Komplikationen auf – in diesem Fall vorzeitige Wehen – , seien diese als Krankheit zu bewerten. Die Versicherung müsse also zahlen.

Quelle: Amtsgericht München, 3.4.2012

 

,