Schwangerschaft nicht erkannt – kein Schadensersatz

Die Frauenärztin hatte die Schwangerschaft nicht erkannt. Die unfreiwillige Mutter wollte nun von der Gynäkologin Schmerzensgeld und Kindesunterhalt.

Könnte ich schwanger sein? Die Antwort auf diese Frage soll normalerweise ein Besuch bei einem Frauenarzt geben. Doch was, wenn die Auskunft des Gynäkologen falsch ist?

Eine Frau hatte sich im November 2012 auf die Aussage ihrer Frauenärztin verlassen. Die hatte ihre Patientin per Ultraschall untersucht und eine Schwangerschaft ausgeschlossen. Auf eine Blut- oder Urinuntersuchung wurde verzichtet. Doch die Ärztin hatte sich getäuscht – tatsächlich war die Frau in der sechsten Schwangerschaftswoche. Die werdende Mutter – die gar keine sein wollte – erfuhr so erst in der 15. Schwangerschaftswoche, dass sie ein Baby bekommt. Zu spät für einen  Abbruch.

Kein Schadensersatz bei unerkannter Schwangerschaft (© Creatas)

Kein Schadensersatz bei unerkannter Schwangerschaft (© Creatas)

Die unfreiwillige Mutter verklagte nun ihre Frauenärztin. Die Medizinerin hätte auch Blut und Urin untersuchen müssen, dann wäre eine legale Abtreibung möglich gewesen. Nun forderte sie 25 000 Euro Schmerzensgeld und Kindesunterhalt von der Ärztin.

Das Landgericht Osnabrück(Aktenzeichen 3 O 2705/13)  – und auch das Oberlandesgericht Oldenburg (Aktenzeichen 5 U 108/14) in der nächsten Instanz – wiesen die Klage ab. Ein rechtmäßiger Anspruch der Frau läge nur bei einem medizinischen oder kriminologischen Grund wie Vergewaltigung vor. Eine Abtreibung bleibe innerhalb der Frist von zwölf Wochen und nach einer Beratung straffrei, sei aber eine unerlaubte Handlung. Schadensersatz könne die Klägerin daher auch nicht fordern.