Polizei-Einsatz wegen Ansturm auf Kita-Plätze in Leipzig

Mit einem solchen Ansturm hatte wohl niemand gerechnet: In der Leipziger Südvorstadt war der Andrang auf die neue Kita „Tillj“ so groß, dass teilweise sogar die Polizei einschreiten musste. Anfang Juni bietet die Einrichtung 45 neue Krippen- und 120 Kindergartenplätze an, die den aktuellen Bedarf leider nicht decken.

In der Stadt Leipzig sind die Kita-Plätze knapp. So knapp, dass es am Samstag zu einem Massenandrang kam, als die neu errichtete Kindertagesstätte „Tillj“ ihre Pforten öffnete, um Interessensbekundungen anzunehmen. Ungefähr 450 Eltern standen in der Lößniger Straße Schlange, um einen Anmeldeschein auszufüllen und vielleicht einen der begehrten Plätze zu bekommen. Dabei blockierten sie sowohl den Fußweg als auch Teile der Fahrbahn.  Da in diesem Viertel viele junge Familien wohnen, war die Nachfrage besonders hoch.

Ansturm auf Kita-Plätze: 450 Eltern stehen für Anmeldung Schlange (Symbolfoto © Thinkstock)

Ansturm auf Kita-Plätze: 450 Eltern stehen für Anmeldung Schlange (Symbolfoto © Thinkstock)

Dass der Andrang auf die Kita-Plätze in der Leipziger Südvorstadt so groß sein würde, hatte der Träger der Einrichtung allerdings nicht erwartet.  Auch Polizei und Johanniter waren vor Ort und konnten nicht glauben, welche Szenerie sich ihnen zeigte. „Das habe ich noch nicht erlebt“, sagte Julia Schütze von der Johanniter-Unfall-Hilfe. Mehrmals mussten die Polizeikräfte ordnend eingreifen, weil die Fahrbahn und Nebenstraßen belagert wurden. Es wurde sogar erwogen, die Schlange aufzulösen, meldet das Führungs- und Lagezentrum der Polizei Leipzig.

Im Neubau der Kita-Einrichtung „Tillj“ gibt es zum Ende des Monats Mai 45 neue Krippen- und 120 Kindergartenplätze. Viele junge Eltern suchen schon lange verzweifelt nach einem Kita-Platz, so auch Kay Thunig, der am Samstag in der Lößniger Straße wartete: „Wir suchen seit mehr als einem Jahr einen Platz und hoffen nun hier etwas zu bekommen.“

Theoretisch gibt es auch in Leipzig online ein Kitaplatz-Portal, über das man sich auf freie Plätze in städtischen Einrichtungen bewerben kann. In der Praxis werden ein Großteil der Plätze aber von freien Trägereinrichtungen individuell vergeben, sodass die Eltern persönlich Kontakt aufnehmen müssen.

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