Rätsel um Startschuss für die Geburt gelöst?

Eine Schwangerschaft dauert durchschnittlich 40 Wochen. Doch wer oder was gibt den Startschuss für die Geburt? Neueste Untersuchungen geben endlich eine Antwort auf diese Frage.

Bei einer Schwangerschaft berechnet der behandelnde Frauenarzt den Geburtstermin möglichst genau anhand der letzten Periode und mittels der Größe des Embryos auf dem Ultraschallgerät. Doch wann genau das Baby auf die Welt kommt, kann keiner mit genauer Sicherheit sagen. Einige Frauen gebären ihr Kind bereits vor der 30. Schwangerschaftswoche als Frühgeburt, andere gehen um ein bis zwei Wochen über den Termin.

Nun hat Mark Phillippe vom Massachusetts General Hospital einen neuen Hinweis für den Beginn der Geburt ermittelt, berichtet die SZ-Online und beruft sich dabei auf  The New England Journal of Medicine.

Demnach gebe das Kind selbst das entscheidende Signal zur Geburt. Und zwar mittels frei schwimmender DNA, „die aus dem kindlichen Plazentagewebe in den Kreislauf der Mutter übertritt.“

Mutter und Neugeborenes

Das Baby bestimmt den Geburtstermin(Bild: Thinkstock)

Schon lange wissen Forscher, dass sich im Blut der Schwangeren Erbgutstückchen des ungeborenen Babys bewegen. Dabei erhöht sich der Anteil der Teilchen mit fortschreitender Schwangerschaft. Einen Vorteil hatten diese Teilchen vor allem dann, wenn in der frühen Schwangerschaft bei einer Fruchtwasseruntersuchung herausgefunden werden soll, ob das Baby einen Chromosomenfehler hat.

Mark Philippe geht nun davon aus, dass die Erbgutpartikel vor allem für das Kind einen wichtigen Nutzen haben. Je mehr von den DNA-Spuren im mütterlichen Blut vorhanden sind, desto eher macht sich das Baby auf den Weg in die Welt.

Der Wissenschaftler geht in seiner Veröffentlichung aber noch weiter: Er geht davon aus, dass die DNA des Ungeborenen nur in Zusammenhang mit einem bestimmten Rezeptoren auf die Immunzellen wirke. Sind diese aktiviert, werde eine entzündliche Reaktion ausgelöst, wodurch die ersten Schritte der Geburt bis zu den ersten Wehen ausgelöst werden. Wenn Philippe Recht behält, wäre ein großes Rätsel gelöst.

Nicht immer setzt die Geburt zur richtigen Zeit ein. Bei Frauen, die ihre Babys zu früh gebären, wurde doppelt so viel Erbgut im Blut gefunden als es für diese Schwangerschaftswoche üblich ist.