Prävention in der Grundschule schützt Kinder vor Depression

Japanische Forscher haben herausgefunden, dass ein Präventionsprogramm von nur 45 Minuten pro Woche Kinder vor Depressionen schützen und soziale Kompetenzen verbessern kann.

Die Zahl depressiver Jugendlicher hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Studien zufolge haben bereits 9 Prozent der 14-Jährigen eine depressive Phase erlebt, 14 Prozent der 15- bis 18-Jährigen leiden unter einer andauernden Depression. Wissenschaftler konnten jetzt nachweisen, dass ein Präventionsprogramm in der Grundschule die Anzahl depressiver Kinder langfristig senken kann.

Die Forscher führten in Japan eine Untersuchung mit 189 Drittklässlern durch. Die Schüler nahmen einmal wöchentlich für 45 Minuten am sogenannte „Smile Project“ teil. Dabei lernten sie unter anderem, besser zuzuhören, andere um einen Gefallen zu bitten, eine Bitte auch einmal freundlich abzulehnen, positive Botschaften auszusenden, sich zu behaupten und sich gegenseitig zu ermutigen. Außerdem übten sie, das Gelernte auf das tägliche Leben zu übertragen.

Prävention in der Grundschule schützt Kinder vor Depression (© Thinkstock)

Prävention in der Grundschule schützt Kinder vor Depression (© Thinkstock)

Vor und nach dem Programm füllten die Schüler jeweils zwei Fragebögen aus, in denen ihre sozialen Fähigkeiten und die Möglichkeit einer bestehenden Depression erfasst wurden. Als die Schüler in der vierten, fünften und sechsten Klasse waren, wurden diese Befragungen wiederholt. Die erhobenen Daten verglichen die Wissenschaftler mit den Befragungsergebnissen von 2.292 Kindern, die nicht an dem Programm teilgenommen hatten.

Das Ergebnis zeigte, dass sich die sozialen Kompetenzen der Kinder, die am „Smile Project“ teilgenommen hatten wesentlich verbessert hatten und sie dies vor Depressionen schützte. Allerdings nahmen diese Fähigkeiten in den Jahren nach dem Projekt wieder ab.

In Deutschland wurde 2007 eine ähnliche Studie von der Universität Marburg veröffentlicht. Hier hatten 111 Jugendliche der achten Klasse an acht Schulungssitzungen teilgenommen. Das Ergebnis zeigte, dass sie bei Problemen schneller Hilfe suchten und mehr über Depressionen wussten als Schüler, die nicht am Projekt teilgenommen hatten. Damit wiesen auch die Marburger Forscher nach, dass ein Präventionsprogramm in der Schule schon nach relativ wenigen Stunden gute Wirkung zeigt.