Pampers Windeln – Verbraucherschutz kritisiert Mogelpackungen

Gleicher Preis, aber immer weniger Windeln: die Verbraucherzentrale Hamburg wirft Pampers versteckte Preiserhöhungen vor. Waren es 2006 noch 47 Windeln in einer Packung, so sind es heute nur nur noch 34 Stück.

Seit Anfang des Jahres sind Pampers Windeln in neuen Verpackungen erhältlich. Gleichzeitig hat Hersteller Procter & Gamble die Stückzahlen der enthaltenen Windeln pro Packung erneut reduziert. Die Verbraucherzentrale Hamburg kritisiert die Methode „Gleicher Preis, weniger drin“ als versteckte Preiserhöhung und hat nachgerechnet: Waren 2006 noch 47 Windeln in einer Einzelpackung, sind es heute nur noch 34 Stück.

Würde sich der Inhalt in gleichem Tempo weiter verringern, wäre die Packung in 20 Jahren leer. Die versteckten Preiserhöhungen ziehen sich durch das ganze Sortiment an Pampers-Produkten. Die Verbraucherzentrale Hamburg führt seit 8 Jahren eine bundesweite Liste mit Mogelpackungen und protokolliert versteckte Preiserhöhungen.

Pampers - versteckte Preiserhöhung

Pampers Windelkartons – jährlich weniger drin

Hersteller Procter & Gamble begründet Preissteigerungen mit den nötigen Investitionen in die ständige Weiterentwicklung, Forschung und Informationsangebote für Eltern oder Produktverbesserungen. Die Preise können durch eine Erhöhung der Abgabepreise an den Handel oder indirekt durch eine verringerte Menge angehoben werden. Die Stückzahl der Windeln werde deutlich auf der Vorderseite der Verpackung dargestellt und der ist Handel verpflichtet, den Stückpreis pro Windel am Regal anzugeben. Für die Verbraucher ist es deshalb möglich, eine bewusste Kaufentscheidung für oder gegen Pampers-Produkt zu treffen, so P&G-Sprecherin Melanie Fischer gegenüber dem Nachrichtendienst dpa. „Eine Verbrauchertäuschung liegt nicht vor.“

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Eine gesetzliche Verpflichtung zur Angabe des Stückpreises gibt es laut Armin Valet von der Hamburger Verbraucherzentrale jedoch nicht, nur bei flüssigen oder festen Artikeln muss ein Grundpreis angegeben werden. „Bei Windeln gibt es x-verschiedene Größen und ohne Taschenrechner hat der Verbraucher überhaupt keine Chance, hier wirklich einen Preisvergleich durchzuführen“, so Valet in der vergangenen Woche gegenüber dem WDR in der Sendung Markt.

Über eine Verringerung der Stückzahlen in Pampers Packungen Anfang 2013 berichtet auch das Shopping-Portal sparbaby.de und hat die neuen und alten Stückzahlen aus 2012 und 2013 in einem Vergleich gegenübergestellt. Bereits 2012 hatte Pampers sogenannte Mega Plus, Jumbo Plus und Value Bags mit abweichenden Stückzahlen eingeführt, die einen Preisvergleich für die Verbraucher vor dem Regal zusätzlich erschweren. Nicht immer ist das „Sparpack“, Value Pack oder „Vorteilspack“ günstiger.

Inhalt Pampers Baby Dry Megapack im Vergleich

Pampers Baby Dry Megapack Gr. 4 im Vergleich 2012 und 2013

Besonders deutlich wird der Unterschied bei den größeren Vorratspacks der Sorte Pampers Baby Dry – hier sind 2013 im Vergleich zum Vorjahr gleich 10 Windeln weniger im Karton (Megapack, Gr. 4 und 5). Auch bei Pampers Feuchttüchern setzt sich die versteckte Preiserhöhung fort – waren es bis Ende 2012 noch vier Packungen in einem Vorratspack, so enthalten neue Vorratspacks nur noch drei Packungen. Sparbaby.de vergleicht seit 2009 wöchentlich die Angebotspreise für Windeln in vielen Drogerien und Supermarktketten.

Verringerte Stückzahlen Pampers Windeln 2012 und 2013 im Vergleich

(Tabelle: Stückzahlen für Pampers Baby Dry in 2012/2013 im Vergleich, Sparbaby.de)

Der Eltern-Ratgeber empfiehlt, statt der häufig wechselnden Packungspreise und Packungsgrößen die Stückpreise in Cent pro Windel zu vergleichen, einen Taschenrechner zur Hilfe zu nehmen und auch günstigere Windelmarken zu probieren. Im Nutzungszeitraum von 2-3 Jahren kann sich die Ersparnis durch eine günstigere Windelmarke leicht auf mehrere hundert Euro summieren. Die Zeitschrift Öko-Test hat in 2012 Windeln getestet – „die meisten Produkte halten dicht, sind hautfreundlich und angenehm zu tragen“ – so das Urteil. Auch günstige Eigenmarken der Drogerien und Discounterketten zählten im Test zu den Preis-Leistungssiegern mit guten Testnoten.

Antworten auf

  1. Sandra 11. April 2013 an 10:10 #

    Wow, schon wieder eine Preiserhöhung? Wir haben mit unserem Großen Sohn seit 2009 3 Preiserhöhungen mitgemacht und stiegen irgendwann noch auf die Windeln von dm um. Der kleine Sohn hat gar keine Pampers mehr bekommen – sehe ich bei den Preisen auch nicht mehr ein ….

  2. Christina 11. April 2013 an 14:21 #

    Oder gleich den bewussten Umgang mit Babys Ausscheidungen wählen und Windel sowie deren Müllberge sparen… http://www.babysohnewindeln.de/

  3. Angelika Cieba 8. Mai 2013 an 10:29 #

    bin begeistert von euch

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