ÖKO-Test: Cremes gegen Dehnungsstreifen im Test

Teuer und wirkungslos – das ist das Fazit der Untersuchung von 20 Pflegeprodukten für Schwangere durch ÖKO-Test. Die Produkte enthielten keinerlei Stoffe, die gegen Schwangerschaftsstreifen wirksam seien. Immerhin sind die meisten der getesteten Cremes, Ölen und Bodybutter unbedenklich und haben überwiegend mit „sehr gut“ abgeschnitten.

Viele Frauen bekommen während der Schwangerschaft Dehnungsstreifen – auch Schwangerschaftsstreifen genannt. 50 bis 90 Prozent sind spätestens in den letzten Wochen vor der Geburt betroffen. Die sichtbaren Risse in der Unterhaut an Bauch, Hüfte, Po und Brüsten kommen von der starken Belastung des Bindegewebes besonders in den letzten Schwangerschaftswochen. Schuld können aber auch eine Veranlagung zum schwachen Bindegewebe, eine sehr schnelle und hohe Gewichtszunahme während der Schwangerschaft oder Mehrlingsschwangerschaften sein.

Teure Pflegeöle sollen die unschönen Streifen verhindern. Allerdings fanden britische Forscher jetzt in einer Metastudie heraus, dass sich diese Zeichen einer Schwangerschaft nicht einfach wegcremen lassen. Auch zur Vorbeugung hilft Cremen laut den Ergebnissen nichts.

Immerhin sind die meisten Pflegeprodukte für Schwangere nicht schädlich. Das ergab eine Untersuchung von ÖKO-Test. Die getesteten 20 Produkte wurden überwiegend mit „sehr gut“ bewertet. Zwei Produkte enthielten fragwürdige Konservierungsstoffe. Schlusslichter der Studie sind nach Angaben von ÖKO-Test die drei Produkte der Marken Bi-Oil, Biotherm und Vichy.

Schwangerschaftcreme im Test

Schwangerschaftcremes im Test: meist unbedenklich, aber wirkungslos (© Pixland)

Im Produkt der Marke Bi-Oil gab ÖKO-Test an, Duftstoffe gefunden zu haben, die häufig Auslöser von Kontaktallergien seien. Das Pflegeprodukt von Vichy wurde mit „ungenügend“ bewertet, denn die Creme enthalte laut ÖKO-Test billige Paraffine, die sich nicht so gut wie natürliche Fette und Öle ins Hautbild integrieren würden. Außerdem seien in der Creme Konservierungsmittel gefunden worden, die in Verdacht stehen, Allergien auszulösen

Es wurde nicht getestet, ob die versprochenen Effekte einer Reduktion oder Vorbeugung von Schwangerschaftsstreifen tatsächlich auftraten. Hierbei verlies sich ÖKO-Test auf bereits existierende wissenschaftliche Studien. Generell ist die Wirksamkeit von Pflegeprodukten gegen Dehnungsstreifen stark umstritten. In der Theorie soll Cremen und Massieren zumindest helfen, den Stoffwechsel des Bindegewebes und die Durchblutung zu fördern, sowie die Haut mit Feuchtigkeit zu versorgen.