Niedersachsen schafft Kita-Gebühren ab

Für viele Eltern in Niedersachen gibt es gute Neuigkeiten: ab 2018 werden Kitas kostenlos. Trotzdem gibt es Kritik am niedersächsischen Modell.

Die kostenlose Kita ab dem Jahr 2018 war ein Wahlversprechen von Ministerpräsident Stephan Weil aus der SPD. Auch die CDU hatte im Wahlkampf damit geworben. Zur Zeit ist in Niedersachsen nur das dritte Kindergartenjahr vor der Einschulung kostenlos. Zukünftig werden es auch das erste und das zweite Jahr sein, darauf haben sich SPD und CDU in einem Eckpunkte-Papier geeinigt. Der Wegfall der Gebühren solle „so schnell wie möglich“ kommen, ein genauer Zeitplan wird erst nach der Regierungsbildung erwartet. Für die Umsetzung der Pläne wird das Land rund 250 Millionen Euro aufbringen müssen – was dank satter Steuereinnahmen keine Unmöglichkeit ist. Rund 800 Millionen Mehreinnahmen liegen derzeit in der Landeskasse.

Der Paritätische Wohlfahrtsverband und die Diakonie haben die Pläne der Großen Koalition trotzdem kritisiert. Erika Brahms von der Diakonie Niedersachsen sagte: „Eine Befreiung vom Elternbeitrag ist gut, aber eine Qualitätsverbesserung in den Einrichtungen ist besser“. Für die Mitarbeitenden in den Kitas seien in den vergangenen Jahren viele neue Aufgaben hinzugekommen.

Immer mehr Kinder unter drei Jahren in Fremdbetreuung

Befreiung des Elternbeitrags für Kitas in Niedersachsen (© Thinkstock)

Starke Unterschiede in Deutschland

Auch in Rheinland-Pfalz ist geplant, von August 2018 an die Kindergartengebühr für die Betreuungszeit von sechs Stunden am Tag abzuschaffen. Kürzlich hatte dieses Modell die Landesregierung in Hessen beschlossen. Die Kita-Gebühren sind je nach Wohnort, Einkommen und Träger der Einrichtung in Deutschland sehr unterschiedlich. In Düsseldorf beispielsweise muss unter Umständen mehr als 800 Euro pro Monat gezahlt werden, in anderen Städten ist der Beitrag bei rund 350 Euro gedeckelt oder – wie ab 2018 in Niedersachsen – kostenlos.

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