Neue Studie: Schwangerschaftshypertonie wirkt sich nachteilig auf IQ des Kindes aus

Wissenschaftler aus Helsinki haben die Daten von Intelligenztest männlicher Rekruten im Alter von 20 und später noch einmal im Alter von 69 Jahren verglichen. Dabei stellten sie signifikante Unterschiede zwischen den Kindern fest, deren Mütter während der Schwangerschaft an Bluthochdruck gelitten hatten, und den Kindern, deren Mütter nicht erkrankt waren.

Bluthochdruck in der Schwangerschaft ist nicht gut für das Kind. Dass die Folgen aber auch noch später bis ins hohe Alter nachweisbar sind, belegten jetzt Forscher aus Helsinki.

In der Studie waren die Folgen von Schwangerschaftshypertonie bei den Kindern noch bis ins hohe Alter nachweisbar. Bereits mit 20 Jahren hatten diese Kinder einen um 2,88 Punkte niedrigeren IQ als Kinder, deren Mütter während der Schwangerschaft nicht an erhöhtem Blutdruck gelitten hatten.

Arzt untersucht Blutdruck bei schwangerer Frau

Bluthochdruck in der Schwangerschaft (© Getty Images)

Um zu diesen Ergebnisse zu gelangen, griffen die Forscher der Universität Helsinik auf Daten der Helsinki Birth Cohort Studie zurück. Die Studie hatte in den Jahren 1934 bis 1944 Bluthochdruck und Proteinurie (übermäßige Ausscheidung von Eiweiß über den Urin) bei 398 Schwangeren in Helsinik dokumentiert.

Die männlichen Nachkommen dieser Frauen mussten im Alter von 20 Jahren bei ihrer Musterung zur Armee den üblichen Test zu den verbalen und arithmetischen Fähigkeiten und ihrem räumlichen Vorstellungsvermögen ablegen. Beim Vergleich der Testergebnisse fiel den Forschern auf, dass die Männer, deren Mütter an Schwangerschaftshypertonie gelitten hatten, im Intelligenztest durchschnittlich 2,88 Punkte schlechter abschnitten. Die Rekruten wurden im Alter von 69 Jahren noch einmal untersucht. Jetzt betrug der Unterschied zu Kindern, deren Mütter nicht erkrankt waren, sogar 4,36 Punkte.

Anhand der Daten halten es die Wissenschaftler für möglich, dass sich erhöhter Blutdruck während der Schwangerschaft nachteilig auf die spätere kognitive Entwicklung des Kindes auswirkt. Bereits in früheren Studien hatte man ein erhöhtes Risiko von Herzerkrankungen und Schlaganfällen von Kindern im Erwachsenenalter, deren Mütter an Schwangerschaftshypertonie erkrankt waren, nachweisen können.

(Quelle: www. aerzteblatt.de)