SIDS: Mögliche Ursache für Plötzlichen Kindstod entdeckt

Viele Eltern haben Angst vor dem Plötzlichen Kindstod (SIDS). Je mehr mögliche Risiken bekannt sind, desto weniger Kinder sterben. Nun haben Forscher auch eine biologische Ursache gefunden.

Der Plötzliche Kindstod, auch kurz  SIDS  (für Sudden Infant Death Syndrome) genannt,  ist die häufigste Todesursache für Kinder im ersten Lebensjahr. Warum sterben gesunde Säuglinge plötzlich und unerklärlich ohne erkennbaren Auslöser, meist im Schlaf? Das versuchen Experten seit Jahren zu erforschen.

Heute sind viele Risikofaktoren bekannt – vor allem das Schlafen auf dem Bauch. Seitdem die Bauchlage beim Schlafenlegen des Säuglings als Risikofaktor erkannt und nicht mehr empfohlen wird, konnte die Häufigkeit des Plötzlichen Kindstods um über 5o Prozent gesenkt werden. Doch auch, wenn Eltern heute wissen, dass Kinder möglichst ohne Kuscheltiere und Decken, in einem gut gelüfteten Schlafbereich, idealerweise in der Nähe der Eltern schlafen sollten, gibt es noch immer Todesfälle. Warum?

Australische Forscher haben eine mögliche Antwort auf die Frage gefunden. Ärzte der Kinderklinik in Westmead fanden eine biologische Erkärung des SIDS – Babys, die am Plötzlichen Kindstod starben zeigten eine Gemeinsamkeit: alle hatten ein niedriges Level des Botenstoffes Orexin. Der protein-ähnliche Botenstoff wird im Hirn gebildet und regelt unter anderem das Schlaf-Wach-Verhalten. Und er sorgt dafür, dass ein gestörter Schlaf, etwa weil Sauerstoffmangel herrscht, instinktiv unterbrochen wird.  Die verstorbenen Kinder hatten 20 Prozent weniger dieses Botenstoffes im Körper. “Das könnte auf eine Störung bei den Babys hinweisen, die verhindert, dass die Botschaft aufzuwachen, richtig im Körper weitergegeben wird”, erklärt Rita Machaalani, Schlafexpertin der australischen Kinderklinik in einem Bericht des “Guaridan”.

Nähe zu Eltern senkt das Risiko des SIDS  © Thinkstock

Nähe zu Eltern senkt das Risiko des SIDS © Thinkstock

Nun wollen die Experten herausfinden, wie es passieren kann, dass der Körper so einen niedrigen Orexin Level hat. Dann wäre es eventuell auch möglich, vorsorglich zu Handeln. Das könnte zum großen Durchbruch beim Kampf gegen den Plötzlichen Kindstod führen. Die Forscher gehen davon aus, dass die Verknüpfung mehrerer Faktoren, etwa schlechter Schlafumgebung, rauchende Eltern, aber eben auch biologische Ursachen den SIDS verursachen. Wäre das biologische Risiko genau bekannt, könnten noch mehr Todesfälle verhindert werden.

In Deutschland hat die Aufklärung über mögliche Risiken schon viel geholfen. Im Jahr 2013 starben 152 Kinder am Plötzlichen Kindstod. Im Jahr 1991 noch rund 1300 Babys.

Mehr über das Risiko Bauchlage auch im Artikel: Bauchlage bevorzugt?