Milchpulver wird knapp – Lieferengpässe bei Babynahrung

In vielen Märkten wird derzeit das Milchpulver knapp und die Abgabemengen sind vielerorts beschränkt. Die Gründe für den Lieferengpass bei Babyanfangsnahrung sind ungewöhnlich:

Eltern, die Milchpulver und Anfangsnahrung kaufen möchten, stehen derzeit vielerorts vor leeren Regalen. Grund sind Lieferschwierigkeiten und eine erhöhte Nachfrage nach Milchnahrung. Mehrere große Drogerieketten haben deshalb bereits vorübergehend die Abgabemengen auf handelsübliche Mengen beschränkt.

In vielen dm- und Rossmann-Filialen gibt es seit einigen Tagen Hinweisschilder, dass Milchpulver nur in handelsüblichen Mengen verkauft werde. So soll Hamsterkäufen vorgebeugt werden. In einigen Drogeriemärkten sind die Regale mit der Babynahrung bereits leer gekauft.

Leere Regale bei Milchpulver (© Foto: liliput-lounge.de / J. Meißner)

Leere Regale bei Milchpulver und Hinweis auf Mengenbeschränkung in einer dm-Filiale in Leipzig (© Foto: liliput-lounge.de / J. Meissner)

Ein Sprecher von dm Drogeriemarkt erklärte gegenüber der Süddeutschen.de: „Auch wenn zwischenzeitlich für einzelne Marken eine Entspannung stattgefunden hat, kann die Gesamtnachfrage nach Milchnahrungen nach wie vor nicht voll gedeckt werden. Dies hat zur Folge, dass wir auch in unseren Märkten die Warenpräsenz nicht überall gewährleisten können“.

Leere Regale bei Milchpulver (© Foto: liliput-lounge.de / J. Meißner)

Eine weitere dm Filiale (© Foto: liliput-lounge.de / J. Meissner)

Eine Erklärung für die hohe Nachfrage des Milchpulvers könnte nach Recherchen der WAZ ein Feiertag sein: Am 19. Februar wird in China das Neujahrsfest begangen. Ein beliebtes Geschenk ist nicht nur Geld, sondern auch Milchpulver aus Deutschland.

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Ein weiterer Grund für die hohe Nachfrage der Babynahrung ist ein Milchskandal, der bereits 2008 in China für Aufsehen sorgte. Die Produzenten von Babynahrung reicherten das Pulver mit der Chemikalie Melanim an. Das künstliche Bindemittel sollte die Milch aufbessern. Diese giftige Mischung hatte zur Folge, dass sechs Baby starben und rund 300.000 Kleinkinder mit Verdacht auf Nierensteine ins Krankenhaus kamen. Seit diesen Vorfällen sind viele chinesische Eltern misstrauisch gegenüber heimischen Milchproduzenten und setzen auf deutsche Produkte.

Das Milchpulver wird auf eBay von privaten Händlern in Sets bis zu 12 Packungen zu Wucherpreisen gehandelt und weltweit verschickt. Besonders häufig angeboten wird die Marke Aptamil von Hersteller Milupa (Danone). In einer Pressemeldung erklärte Milupa bereits im vergangenen Jahr, dass das Unternehmen offiziell nicht für den Export produziere und zusammen mit dem Handel privaten Handel unterbinden möchte.

Handel auf eBay:  "German Milk Powder" ist international gefragt (© Screenshot: liliput-lounge.de / eBay)

Handel auf eBay: „German Milk Powder“ ist international gefragt (© Screenshot: liliput-lounge.de / eBay)

Leere Regale bei Milchpulver (© Foto: liliput-lounge.de / J. Meißner)

Ein ähnliches Bild bei Müller (Leipzig) (© Foto: liliput-lounge.de / J. Meissner)

Auch ein in dieser Woche veröffentlichter Milchpulver-Test der Zeitschrift Öko-Test (2/2015) könnte derzeit zu einer erhöhten Nachfrage nach einzelnen Marken beitragen, nur wenige Marken wurden im Test des Verbrauchermagazins mit „gut“ bewertet.

Hintergründe zum Milchpulver-Skandal von 2008 haben wir in unserem Artikel „Erneuter Milchpulver-Skandal in China“ zusammengefasst.

Antworten auf

  1. Uschi 6. Februar 2015 an 14:08 #

    Echt unnormal! Und die Mütter in Deutschland haben mächtige Probleme ihre eigenen Kinder was zu holen, weil es nichts gibt. Was soll man mit den Neugeborenen machen die die pre Nahrung bekommen? Tolle scheisse!

    • yvy 6. Februar 2015 an 18:47 #

      Die rossmann eigen Marke. Ist schon seid einem Monat bei uns ausverkauft und mittlerweile auch andere Marken. Ich werd nun los und kaufen qas ich kriegen kann von einer Marke um nicht immer wieder mein Kind umstellen zu müssen. Es ist eine Frechheit!
      Und ja nicht alle können stillen.ixh konnte auch nur 6 wochen. Auf Grund von Stress ging es nicht mehr. Innerhalb 2 Tagen umziehen, innerhalb kürzester Zeit zwei Todesfälle engster Familie. Irgendwann geht’s nicht mehr mit den Nerven weiter. Sowas kann jeden passieren und man muss sich keine Vorwürfe machen.keiner kann verurteilen ohne die Hintergründe zu wissen!!!!

      • Clara 6. Februar 2015 an 21:52 #

        Es geht ja nicht nur ums stillen! Man benötigt die Nahrung ja auch nach dem Abstillen zum anrühren des Abendbrei z.B. Ich habe 6 Monate voll abgepumpt und musste dann aufhören aus grsundheitlichen Gründen. Somit war ich auch auf Pre Nahrung angewiesen-für die Flasche am Morgen und den Milch Brei am Abend, bis heute. Und auch hier ist es sehr schwierig zu bekommen.Ich überlege schon morgens aus der Not heraus Brei zu geben und den Abendbrei mit 3,5% Frischmilch anzurühren.

  2. Waldfee 6. Februar 2015 an 14:26 #

    Wenn man sich das so anschaut, dann ist wohl nur Aptamil betroffen wie so oft schon in den letzten Jahren. Und erhöhte Nachfrage nach den Testurteilen, hmm also beim Testsieger Milasan hatte ich noch nie Probleme bei uns im Lidl – aber mag vlt nun kommen nach dem Test wer weiß. Ich hab am Anfang auch auf Aptamil gesetzt weils die Ärzte so gerne Empfehlen – aber es ist wirklich oft ausverkauft von daher hat es sich nicht gelohnt weiter daran festzuhalten. Hoffe ihr bekommt weiter eure Anfangsmilch trotz des Lieferengpasses :)

    • Kathi 6. Februar 2015 an 14:42 #

      Das Problem ist allgemein bei Milupa! Haben mir die Herrschaften zurückgeschrieben!

    • Florentina 6. Februar 2015 an 17:28 #

      Mit Bebivita Pre ist genau das gleiche Problem…
      Bin gestern in 6 Läden gewesen überall die Regale leer im 7. Konnte ich gott sei dank noch die letzten 2 Packungen kriegen…

  3. Jenny 6. Februar 2015 an 14:46 #

    Wenn man stillt stört einen das nicht weiter.vllt sollten wieder mehr mütter das nutzen was die natur vorgesehen hat.auch wenn es vllt umbequemer u.nicht mode ist :-)

    • mamamamamama 6. Februar 2015 an 14:52 #

      hallo jenny! es gibt genug mütter, die nicht stillen KÖNNEN und für die ist das nicht so easy wie für die, die können…außerdem ist stillen viel bequemer als das fläschchen weil die brust habe ich immer in der richtigen temperatur fix und fertig…wieso man immer so oberflächlich sein muss und das noch als frau -.-

      es ist nicht immer alles so einfach

    • papalapapp 6. Februar 2015 an 15:04 #

      Schon mal darüber nachgedacht das nicht jede Mutter die Stillen möchte, auch stillen kann? Was absolut nichts mit Faulheit zutun hat! Es gibt Gesundheitliche Gründe ect. Solche Aussagen kann man sich getrost sparen!

    • Hasi Mausi 6. Februar 2015 an 15:55 #

      Ich hatte versucht zu stillen, aber aufgrund das meine tochter eine neugeborenentrinkschwäche hatte, kam mein Milchfluss nicht so in Gang wie er sollte und ich musste von Anfang an zuführen damit mein Kind nicht verhungert. Mit 3 Monaten verweigerte sie komplett die brust, bekam richtige schreianfälle sobald ich sie anlegte. Bevor ich mein Kind weiter quäl, hab ich ihr lieber die Flasche gegeben, denn trotz abpumpen wurde meine Milch immer weniger bis letzten Endes gar nix mehr da war. Denk mal darüber nach, bevor du die mamas, die die Flasche geben, alle verurteilst. Und was ist mit dem Kindern wo die Mutter das Kind nicht will und beim Vater lebt? Der Vater hat leider keine milch… oder wo der Vater daheim bleibt und die Mutter zum arbeiten geht weil die Mutter den besseren Job hat? Ich hasse solche vorurteile!! Lieber sollte man was machen das nicht ständig unser Milchpulver ins Ausland geschickt wird…

      • Lisa Tetzner 9. Februar 2015 an 03:50 #

        Muss man gleich so ausfallend werden? -.- furchtbar!

    • Jana 6. Februar 2015 an 16:35 #

      Ich weiß garnicht warum sich so viele angegriffen fühlen, ist doch nur eine Feststellung und jede Mutter muss für sich selber entscheiden was sie ihrem Kind gibt.Leider ist nicht jeder in der Lage dem Kind das zu geben was Mutter natur vorgesehen hat. Es hat nicht immer was mit Bequemlichkeit zu tun.

      • San 6. Februar 2015 an 21:44 #

        Vielen Frauen, die stillen wollen, sich teilweise über Wochen mit dem Thema Abpumpstillen quälen, und dennoch kaum erfolg haben, geht das Thema auch einfach nahe, sie machen sich innerlich selbst Vorwürfe und fühlen sich durch solche Posts angegriffen, zumal oft so getan wird, als wäre stillen das einfachste, Ich konnte bei Sohnemann trotz wochenlanger Anstrengung nie richtig stillen, bei der Tochter war es ein ähnlicher Kampf aber mit mehr Erfolg dank besserer Bedingungen (war nur relativ gesehen ein Frühchen) und ich kann die Reaktionen verstehen, stehe aber inzwischen drüber und habe auch eine Frau im KKH erlebt, die offen dem Rauchen dem Vorzug zum Stillen gab- es gibt also die unterschiedlichsten Gründe und solang es allen Beteiligten gut geht dabei (Kind und Eltern) passt es.

    • Alex 6. Februar 2015 an 19:56 #

      Schon mal dran gedacht das nicht jeder stillen kann? Aufgrund Krankheit oder ähnlichen? Bei mir kam erst gar keine Milch! Also erstmal nachdenken bevor man sowas vom Stapel lässt! Unfassbar….

    • Selina 7. Februar 2015 an 08:47 #

      Hallo Jenny, ich habe einen sieben Monate alten Sohn und wollte unbedingt stillen. Leider hatte ich nicht genug Milch. Und das obwohl ich alles ausprobiert habe was möglich war: also zB zusätzlich Abbpumpen über vier Monate. Das heißt ich habe gestillt, bis nichts mehr kam. Dann Zugefüttert und anschließend Abgepumt um die Milchproduktion anzukurbeln. Und das jedesmal. Auch Nachts Das Füttern hat also insgesammt immer über eine halbe Stunde gedauert. Teilweise im zwei Stunden Takt. Oder Massage, oder Akkupressur, oder Stilltee, oder Malzbier, oder Karokaffee, oder spezielle Suppen, oder Stillberatung, etc. Habe also alles ausprobiert und es hat trotzdem nicht funktioniert. Meine Mutter hatte das selbe Problem und laut Frauenärztin gibt es nicht wenige. Du kannst Dir nicht vorstellen wie oft ich deshalb geweint habe oder traurig war. Aber mein Kind ist gesund und munter. Ohne Milchpulver wäre es mir an der Brust verhungert und ich hätte nichts dagegen unternehmen können.
      Also sei froh, dass es bei Dir geklappt hat. Aber verurteile nicht wenn man Es nicht macht.

  4. mamamamama 6. Februar 2015 an 14:51 #

    hallo jenny! es gibt genug mütter, die nicht stillen KÖNNEN und für die ist das nicht so easy wie für die, die können…außerdem ist stillen viel bequemer als das fläschchen weil die brust habe ich immer in der richtigen temperatur fix und fertig…wieso man immer so oberflächlich sein muss und das noch als frau -.-

  5. Andrea 6. Februar 2015 an 14:58 #

    Nicht alle Mütter können stillen. So wie ich zum Beispiel. Ich habe auch oft das Problem gehabt das die Pre ha / Ha 2 von Hipp ausverkauft war. Ich musste oft in verschiedene Läden gehen damit ich eine Packung bekommen habe.

  6. Jenny Maria 6. Februar 2015 an 15:13 #

    Mit Aptamil Pre habe ich auch das Problem konnte auch nicht stillen weil ich krank war und ihr wurde im Krankenhaus Aptamil pre gegeben und man soll ja dann nicht die Nahrung wechseln wenn sie noch so klein sind also weiter Aptamil und Jenny dein Kommentar mit den Stillen kannst du Dir sparen furchtbar solche die einen so verurteilen lieben wir unsere Kinder deswegen weniger ?

  7. mandy 6. Februar 2015 an 19:59 #

    Ich hab auch versucht zu stillen…es kam einfach zu wenig nach vier Wochen gar nichts…mein Sohn hat nur geschrien vor Hunger und ich geweint vor Schmerz weil meine Brustwarzen nur noch blutig wund waren… Also sollte man nachdenken bevor Mütter verurteilt die nicht stillen können oder wollen. Jeder kann selbst entscheiden was dass beste ist.

  8. San 6. Februar 2015 an 21:40 #

    Das Problem gibt es Phasenweise schon länger, bestand bei unserem Sohn 2011 schon, nur wechseln die betroffenen Milchsorte immer mal und die Regionen, wie ich von Freunden aus anderen Teilen Deutschlands weiß.

  9. padinia 7. Februar 2015 an 09:06 #

    Kann der ganzen Sache nicht irgendwie ein Riegel vorgeschoben werden? Es kann doch nicht sein, dass man als Mutter hier in Deutschland Probleme hat, Nahrung für sein Kind zu bekommen. Die ständigen Fahrereien von Geschäft zu Geschäft. Zudem soll man ja auch nicht ständig die Marke wechseln. Das ist für das Verdauungssystem des Kindes auch nicht gut. Einfach traurig das Ganze…..

  10. Silke R. Plagge 10. Februar 2015 an 16:17 #

    Liebe Leserinnen und Leser,
    wir wissen, dass diese Debatte oft sehr emotional geführt wird. Möchten Sie aber um gegenseitigen Respekt bitten. Wir behalten uns vor, Kommentare zu löschen, die andere Leserinnen und Leser angreifen oder in unangemessener Wortwahl geführt werden. In diesem Artikel geht es nicht um die Vor- oder Nachteile von Fläschennahrung, sondern um Lieferengpässe im Handel.

    Silke R. Plagge, Chefredakteurin der liliput-lounge.de

  11. Jacqueline borchers 22. April 2015 an 23:37 #

    Ich finde es sollte vom kinderarzt ein babymilchpass ausgestellt werden. Wo genau beschrieben wird wie viel Milch jeder genau braucht von mir aus ein oder zwei Packungen mehr falls das Baby doch mal mehr Hunger bekommt und bei Kauf auf dem Pass abgestempelt wird.. Damit man so einen Engpass vermeiden kann. Ich finde es sollte dafür gesorgt sein das in Deutschland kein solcher Engpass für die Bürger und Bürgerinnen entstehen.. Man fährt zu 3 Läden und hat immer noch keine Milch!! Echt unglaublich!!!

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