Micro-Chip als Verhütungsmethode der Zukunft

Ein Micro-Chip, der per App gesteuert wird, soll bald vor Schwangerschaft schützen. Noch allerdings könnten Hackerangriff zu unerwünschtem Kindersegen führen.

Amerikanische Forscher des Start-up Unternehmens Micro-Chips entwickeln gerade eine ganz neue Verhütungsmethode. Frauen sollen sich zukünftig einen fingernagelgroßen Chip unter die Haut pflanzen lassen können, der jeden Tag eine gewisse Menge des Hormons Gestagen abgibt und so eine Schwangerschaft verhindert. Aktiviert wird das Hormon per App oder Fernbedienung.

Damit soll Frauen eine sichere Alternative zur Anti-Babypille zur Verfügung stehen, die Wirksamkeit nicht verliert, wenn man die Einnahme vergisst oder sie wegen einer Erkrankung nicht nehmen kann. Das Unternehmen plant, den Verhütungs-Chip 2018 auf den Markt zu bringen. Wie teuer das Implantat wird, ist noch nicht bekannt.

Frau schaut besorgt auf Anti-Baby-Pille

Forscher entwickeln Chip als Alternative zur Anti-Baby-Pille (Symbolfoto: © Thinkstock)

Der Vorteil für Frauen soll vor allem die Verlässlichkeit des Chips sein. Immerhin soll das Implantat – einmal eingesetzt – 16 Jahre lang wirksam sein. Der Chip besitzt einzelne Kammern, in denen bis zu 400 Dosen des Hormons Gestagen gespeichert werden. Ein kleiner Computer ist mit einer Uhr verbunden und sendet zu bestimmten Zeiten das Verhütungsmittel in den Körper. Das Team von Micro-Chips tüftelte lange an dem Mechanismus, erzählt Unternehmens-Präsident Robert Farra: „Die Idee, eine dünne Membran wie eine elektrische Sicherung zu nutzen, war die größte Herausforderung und das kreativitätfordernste Problem, das wir zu lösen hatten“.

Was aber, wenn die Frau vor Ablauf der festgelegten Zeit einen Kinderwunsch hegt? Bei Bedarf, erklären die Erfinder, solle der Chip per App ausgeschaltet werden können. Allerdings stecke die Entwicklung noch in den Kinderschuhen. Der derzeitige technische Stand würde es nämlich Hackern erlauben, in die Einstellungen des Chips einzugreifen und die Verhütung der Frau zu manipulieren. Eine Schwangerschaft per Hackerangriff soll aber natürlich nicht möglich sein.

Die Idee des Chips zur Medikamentengabe wurde bereits in den 90er Jahren getestet. Zukünftig, so die Forscher, soll der Chip auch im medizinischen Bereich zum Einsatz kommen. Bei chronisch Kranken, die auf eine tägliche Gabe ihrer Medikamente angewiesen sind, wäre der Chip eine nützliche Hilfe.