Mediennutzung von Kleinkindern: 43 Minuten TV am Tag

43 Minuten – das ist der durchschnittliche Fernsehkonsum von Kindern zwischen zwei und fünf Jahren. In der miniKIM Studie wurde neben der Fernsehnutzung auch abgefragt, wie häufig Kinder sich Büchern befassen und welche die Lieblingsfernsehsendungen und -bücher der Kleinen sind.

Gemeinsam mit dem SWR hat der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest (mpfs) erstmals Basisdaten zur Mediennutzung von Kleinkindern zwischen zwei und fünf Jahren vorgelegt. Für die  miniKIM Studie 2012 wurden 632 Erziehungsberechtigte nach den Fernsehgewohnheiten, dem Lieblingsmedium, der Lieblingssendung und anderen Aspekten zum Mediennutzungsverhalten ihrer Kinder gefragt.

Das Fernsehen ist das Lieblingsmedium in der Altersgruppe der Zwei- bis Fünfjährigen. 47 Prozent der Kinder in diesem Alter sieht jeden oder fast jeden Tag fern. Fast genauso viele (45 Prozent) befassen sich jeden oder fast jeden Tag mit einem Buch.

Foto: iStock

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Die Befragung zeigte außerdem: je älter Kinder werden, umso mehr schauen sie fern. Auch die Fernsehdauer steigt mit dem Alter. Während Kinder zwischen zwei und drei Jahren durchschnittlich 30 Minuten am Tag vor dem Fernseher sitzen, sind es bei den Vier- bis Fünfjährigen schon 55 Minuten. Trotz steigendem Fernsehkonsum geht die Nutzung von Büchern aber mit dem Alter nicht zurück. Durchschnittlich befasst sich die untersuchte Altersgruppe 26 Minuten pro Tag mit einem Buch.

Die Lieblingsbücher der Kinder zwischen zwei und fünf Jahren sind Tierbücher und „Wimmelbücher“. Die mit Abstand beliebteste Fernsehsendung ist nach Angaben der Eltern „Unser Sandmännchen“. Danach folgen „Die Sendung mit der Maus“, „Bob der Baumeister“, „Jim Knopf“ und „SpongeBob“.

Nach Einschätzung der befragten Eltern sind Bücher für ihre Kinder ein wichtiges Medium, das die Phantasie fördert. Eher kritisch sehen die Erwachsenen dagegen Film und Fernsehen. 60 Prozent der Eltern glauben, dass Filme einen Einfluss auf die Gewaltbereitschaft von Kindern haben oder dass diese dadurch zu „Stubenhockern“ werden. Trotzdem glauben genauso viele Eltern, dass Filme und Fernsehsendungen für Kinder wichtig sind, um bei ihren Freunden mitreden zu können.

Nach der miniKIM Studie spielt das Internet bei den Zwei- bis Fünfjährigen kaum eine Rolle. Nur 16 Prozent haben schon erste Erfahrungen am Computer gesammelt. Auch Tablet-PCs scheinen sich bei den Kleinen bisher noch nicht durchgesetzt zu haben, denn immerhin etwas mehr als die Hälfte der Eltern (57 Prozent) glauben, dass die Geräte nichts für Kleinkinder sind.