Mama gesucht – Chef möchte nur Mütter einstellen

Ein Chef sucht ausdrücklich nur Mütter. Denn Frauen mit Kind haben scheinbar acht Arme und viel Ausdauer, seien hervorragend organisiert und leisten Großartiges. Sein ungewöhnliches Gesuch wird zum Medien-Hit.

Eigentlich darf der das gar nicht: die Stellenausschreibung von Agenturchef Michi Kasper diskriminiert. Es ist gar nicht erlaubt, dass bei einer Stellenausschreibung nur Frauen angesprochen werden. Und dann auch noch nur Mütter. Doch mit seiner ungewöhnlichen Anzeige gelang Michi Kasper mit seinem noch jungen Unternehmen ein überraschender Erfolg.

Denn das Gesuch mit dem Titel: „Mama gesucht. Teilzeit oder Freelance“ wurde nicht nicht auf Facebook geteilt, sondern viele Medien, auch das Fernsehen,  berichteten auch darüber. Warum nur Mamas gesucht werden? „Mamas sind stressresistent, gut vernetzt, oft bestens ausgebildet und können mit Kindern sowie Kindsköpfen umgehen,“ so steht es ausdrücklich in der Anzeige.

Für alle arbeitssuchenden Mütter lesen sich seine Anforderungen wunderbar

Warum? Weil so viele genau diese Qualifikationen haben, ohne sich deren Wert bewusst zu sein:“ Kreativität, Kommunikationstalent, Flexibilität, Witz, Humor, Pünktlichkeit, Ideenreichtum, schnelle Auffassungsgabe, Organisationstalent, sicherer Umgang im Social Media-Bereich, gutes Deutsch, Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit, gute Office Kenntnisse. Einstellungsvoraussetzung ist zudem, ein Kind zur Welt gebracht zu haben.“

Michi Kasper selbst ist auch Vater. In einem Interview mit der „Gründerszene“ erklärt er, dass er die Power von Müttern bewundere: „Das sehe ich an meiner Schwester und an meiner Frau, beides Mütter. Sie leisten Großartiges. Frauen mit Kind haben scheinbar acht Arme und viel Ausdauer. Außerdem sind sie hervorragend organisiert. Davor habe ich großen Respekt.

Mehr als 100 Mütter – und auch Väter- hätten sich beworben, so Kasper. Viele der Bewerberinnen seien top-qualifiziert. Mit über 20 Mamis habe er telefoniert. „Ich habe auch sicherlich mit 20 Mamis telefoniert, die mir ihr Leid geklagt haben, wie schwer es ist, etwas passendes zu finden.“ Er betont im Interview, das die Anzeige auch als politisches Statement gemeint sei: „Ja, ich wollte darauf aufmerksam machen, dass viele Mütter Schwierigkeiten haben, einen Job zu finden. Ich kenne viele Firmen, die keine Mütter einstellen wollen oder können, weil sie Angst haben, dass sie ausfallen, wenn ein Kind krank ist. Das ärgert mich.“

Ärger mit einem Verstoß gegen das „Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG)“  fürchtet er nicht. Denn, so schreibt er: „Das ist ja nett gedacht, aber es bringt nichts. Weil einstellen werden Arbeitgeber ohnehin nur, wen sie einstellen wollen …“ Vermutlich könne die Anzeige auch als „zeitweilige Sondermaßnahme“ im Sinne UN-Konvention zur Gleichberechtigung zu sehen sein. Wie wichtig das Anna sein wird? Das ist die Mutter zweier Kinder, die ab April den neuen Job antreten wird. Wir gratulieren.