Krebsgefahr: WISO findet Pflanzengift in 10 von 15 Kamillentees

Das ZDF-Verbrauchermagazin „WISO“ hat in 10 von 15 Kamillentees deutlich nachweisbare Mengen krebserregenden Pflanzengiftes nachgewiesen. Die ausführlichen Test-Ergebnisse wurden in der WISO-Sendung am Montag, 28. April 2014, um 19.25 Uhr im ZDF präsentiert.

Kamillentee ist mit krebserregenden Pflanzengiften belastet. Zu diesem Ergebnis kommt das ZDF-Verbrauchermagazin „WISO“, nachdem in 10 von insgesamt 15 untersuchten Kamillentee-Sorten teils hohe Mengen an Pyrrolizidinalkaloide (PAs) nachgewiesen wurde.

Pyrrolizidinalkaloide gelten als Pflanzengifte, die laut Bundesamt für Risikobewertung (BfR) den Organismus schädigen und bei langer und hoher Dosierung Lebertumore verursachen können. Daher sollten gerade Schwangere, Stillende und Kinder nicht zu viel Kräutertee konsumieren.

Kräutertee für Schwangere und Kinder nicht geeignet

Pfanzengift im Tee (© Thinkstock)

Bereits im Sommer 2013 warnte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) Schwangere, Stillende und Kinder vor dem Genuss von zu viel Kräutertee, nachdem Untersuchungen von 221 verschiedenen Kräutertees, Teeproben und getrockneten Heilpflanzen teils hohe Gehalte an Pyrrolizidinalkaloide offenbarten.

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Nun hat das Magazin „WISO“ stichprobenartig 15 Kamillen- und 15 Fencheltees verschiedener Discounter, Apotheken und Drogerien einem Test unterzogen. Während in den Fencheltees keine PAs nachgewiesen wurden, fielen 10 von 15 Kamillenteeproben durch den Test.

Diese PAs stammen nicht aus den Teekräutern selbst, sondern aus anderen Pflanzen, die als Unkräuter zwischen den eigentlichen Teekräutern wachsen und dann bei der Ernte in den Tee gelangen. Hohe Mengen der Gifte können Organe schädigen und sogar Leberkrebs auslösen.

Gesundheitlich gefährdet sind vor allem Kinder, aber auch Schwangere und Stillende. Gerade der Körper von Kindern kann das Pflanzengift nicht ausschwemmen, sondern speichert es, sodass das Erkrankungsrisiko bei ihnen zehn- bis hundertfach höher ist als bei Erwachsenen.

Bisher gelten für Tee keine gesetzlichen Grenzwerte, obwohl auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) seit Jahren vor den gefährlichen Langzeitfolgen solcher Pflanzengifte warnt. Für Hersteller gilt lediglich die Empfehlung, ihre Erntepraxis zu kontrollieren und international anerkannte Höchstmengen nicht zu überschreiten.

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