Kitas in Berlin ab 2018 kostenlos

Es gibt kein einheitlichen Regelungen für Standards und Gebühren der Kitas. Aus Berlin kommt aber nun ein Signal, dass für alle Eltern interessant sein könnte.

Die rot-schwarze Koalition des Bundeslandes Berlin hat den Doppelhaushalt 2016/2017 verabschiedet. Beschlossen wurde unter anderem die Beitraggsfreiheit von Kitas, auch für die Unter-Dreijährigen. Die letzten drei Kita-Jahre sind in Berlin bereits jetzt kostenfrei, ab 2018 soll dann für den Kindergartenbesuch keine Gebühren mehr anfallen. Auch die Qualität der Betreuung soll in Berlin verbessert und zusätzliches Personal eingestellt werden. Neu ist:

  • Ab August 2016 keine Gebühren mehr für unter zweijährige Kinder in den Berliner Kitas
  • Ab 2017 dann die Gebührenfreiheit für die Einjährige
  • Ab 2018 ist der Kitabesuch von Geburt an für alle kostenlos
In Berlin sollen Kitas für alle Kinder kostenfrei werden (c) Thinkstock

In Berlin sollen Kitas für alle Kinder kostenfrei werden (c) Thinkstock

Damit wäre Berlin das dritte Bundesland, das kostenfrei Betreuung einführt. Im August 2014 hatte der frischgewählte Senat in Hamburg sein Wahlversprechen eingelöst. Ab der Geburt bis zur Einschulung werden Kinder in der Hansestadt täglich fünf Stunden (inklusive Mittagessen) beitragsfrei betreut, in der Tagespflege gilt das für 30 Wochenstunden. Eltern, die eine längere Betreuung wünschen zahlen Gebühren, die sich nach der Höhe des Familieneinkommens richten. In Rheinland-Pfalz gibt es die kostenfreie Betreuung ab dem zweiten Lebensjahr bereits seit 2010.

In Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen ist das letzte Kindergartenjahr vor der Einschulung für die Eltern nicht mit Kosten verbunden.

Übersicht der Kindergarte

Übersicht über Rechtsanspruch und Beitragsfreiheit (c) Laendermonitor/Bertelsmann

Eine einheitliche Regelung für alle Bundesländer ist nicht in Sicht. Allerdings wird schon lange ein bundeseinheitliches Kita-Gesetz gefordert, in dem auch Qualität, Betreuungsschlüssel und andere Standards festgelegt werden könnten. Noch aber bestimmt jede Kommune selbst über die Qualität und auch über die Höhe der Gebühren. Der „Landesmonitor frühkindliche Bildungsdienste“ der Bertelmann-Stiftung sieht noch einen erheblichen Verbesserungsbedarf, denn auch wenn alle Kinder einen gesetzlichen Anspruch auf Betreuung haben, ist die Umsetzung noch sehr unterschiedlich: Als erster Schritt für die Verbesserung der Bildungschancen von allen Kindern müssen ihnen Zugangsmöglichkeiten zu Kindertagesbetreuung gewährleistet werden und zwar unabhängig von weiteren Bedingungen“, heißt es in der Studie.

Vielleicht sind die Signale aus Berlin aber so positiv, dass langfristig auch noch weitere Bundesländer ähnliche Regelungen treffen werden.