Erhöhtes Thromboembolierisiko bei In-vitro-Fertilisation

Schwedische Forscher haben in einer neuen Studie ein erhöhtes Risiko für venöse Thrombosen und Embolien bei Schwangerschaften durch In-vitro-Fertilisation nachgewiesen.

Zwar steigt bei jeder Schwangerschaft die Thromboemboliegefahr, aber laut einer schwedischen Studie steigt sie noch mehr an, wenn die Schwangerschaft durch eine In-vitro-Fertilisation (IVF) eingetreten ist. Die Ergebnisse der schwedischen Forscher, die das Thrombose- und Embolierisiko von Schwangeren ohne und mit IVF-Behandlung untersucht haben, wurden nun im British Medical Journal veröffentlicht (BMJ 2013; 346: e8632).

Das Wissenschaftlerteam um Peter Henriksson vom Danderyd-Krankenhaus in Stockholm hat Daten von insgesamt 23.498 Frauen, die zwischen 1990 und 2008 nach einer IVF-Behandlung ein Kind zur Welt gebracht haben, ausgewertet. Man verglich diese mit den Daten von 116.960 Müttern, die spontan schwanger geworden sind (ohne IVF).

(© Thinkstock)

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Es zeigte sich, dass IVF-Schwangere mit einem deutlich höheren Thromboembolierisiko leben müssen (p < 0,001). So liege im ersten Trimester der Schwangerschaft das Thromboserisiko um das Fünffache und das Lungenembolierisiko um das Siebenfache höher.

Für ihre Analyse bezogen die Wissenschaftler u.a. das Alter der Frauen, den Body-Mass-Index, Parität, Zigarettenkonsum sowie Familienstand und die Bildung mit ein, da sie ebenfalls Einfluss auf Schwangerschaft und Gefäßerkrankungen haben können. Zudem wurde das Geburtsjahr des Kindes beachtet, weil in den letzten Jahren bei IVF-Behandlungen immer mehr mildere Stimulationsprotokolle mit niedrigeren Gonadotropindosen und weniger Mehrlingsschwangerschaften zu verzeichnen sind.

Aufgrund der Studienergebnisse empfiehlt das Wissenschaftlerteam um Peter Henriksson allen Gynäkologen, bei IVF-Schwangeren ein besonderes Augenmerk auf thromboembolische Komplikationen zu legen und jedem Verdacht umgehend nachzugehen.