Frankreich: Kind darf nicht Nutella oder Erdbeere heißen

In Frankreich hat ein Gericht Eltern verboten, ihre Kinder Nutella und Erdbeere zu nennen. Die Kinder sollen davor geschützt werden, im späteren Leben gehänselt zu werden.

Bei den Promis es schon länger üblich: Sie suchen für ihre Kinder  außergewöhnliche Vornamen aus. Mit Kombinationen wie Summer Rain (Christina Aguilera) oder Apple Blythe Allisonxy (Gwyneth Paltrow) wollen die Stars und Sternchen ihren Kindern einen einzigartigen Namen mit auf ihren Weg geben. Auch in Frankreich sollten zwei Babys einen extravaganten Namen tragen.

Ein Elternpaar aus Valenciennes im Norden von Frankreich wollte ihrem im September geborenes Baby den Namen „Nutella“ – nach dem Schokoladen-Brotaufstrich – geben. Wie die Zeitung La Voix du Nord berichtet, hat das französische Gericht den Namen verboten. In der Urteilsbegründung heißt es, der Name könne nicht zugelassen werden, da das Kind später einmal gehänselt werden könnte. Der Kompromiss des Gerichts lässt zumindest einen Teil des Namens zu: Das Baby heißt nun Ella.

Kind darf nicht Nutella heißen (Symbolfoto: Thinkstock)

Kind darf nicht Nutella heißen (Symbolfoto: Thinkstock)

Im Oktober wurde ein Baby in der französischen Stadt Raismes geboren, das mit einem fruchtigen Namen durch sein Leben gehen sollte. Seine Eltern wollten es Erdbeere – im französischen „Fraise“ – nenne. Auch dies ließ das Gericht nicht durchgehen. Denn auch in diesem Fall könnte das Kind später von anderen Kindern verspottet werden. Die Eltern variierten den Namen und gaben ihrer Tochter den altfranzösischen Namen Fraisine.

Auch in Deutschland werden immer wieder Streitigkeiten um Vornamen vor  Gerichten ausgehandelt. Anders als in Frankreich müssen Standesämter der Namensgebung zustimmen, allerdings legen Eltern dagegen oft Wiederspruch ein und möchten ihren Namenswunsch auf juristischen Weg durchsetzen. So sollte im Jahr 2010 ein kleiner Junge den Namen Waldmeister tragen. Das Gericht lehnte den Namen ab, damit der Junge später nicht den Hänseleien Gleichaltriger ausgesetzt sei.