Keuchhusten-Welle in Deutschland: Babys besonders gefährdet

In Deutschland häufen sich derzeit Fälle der hochansteckenden Infektionskrankheit Keuchhusten. Besonders bedroht sind Säuglinge.

Die hochansteckende Infektionskrankheit Keuchhusten zeigt sich wieder vermehrt in Deutschland. Seit Beginn des Jahres 2017 wurden dem Robert-Koch-Institut bereits 1.554 Fälle von Keuchhusten gemeldet. Im letzten Jahr gab es einen neuen Höchststand der Infektionen mit 22.119 Betroffenen – das sind fast doppelt so viele, wie in den Jahren zuvor. Seit 2013 müssen alle Keuchhustenfälle gemeldet werden, allerdings wurden noch nie so viele Fälle registriert wie zum jetzigen Stand.

Keuchhusten-Welle: besonders gefährlich für Babys

Keuchhusten-Welle: besonders gefährlich für Säuglinge (© Thinkstock)

Hinter den hohen Zahlen kann zum einen die bessere Erfassung stecken, aber auch eine erneute Krankheitswelle sei im Bereich des Möglichen. In der Vergangenheit gab es in den Jahren 2007 und 2012 ebenfalls einen starken Anstieg der Infektionen, so dass von Experten vermutet wird, dass die Keuchhustenwellen einem Zyklus folgen.

Keuchhusten (Pertussis) äußert sich durch besonders hartnäckigen Husten, der besonders für Säuglinge sehr gefährlich sein kann. Verpasste Auffrischungsimpfungen steigern zusätzlich das Risiko einer Erkrankung. Die krankheitsauslösenden Bakterien verbreiten sich über die Tröpfchen-Infektion beim Husten oder Niesen im Nasen-Rachen-Bereich. Im vergangenen Jahr sind in Deutschland drei Babys an der Infektionskrankheit gestorben. Bevor es ab ca. 1930 eine Schutzimpfung gegen Pertussis gab, starben in Deutschland 10.000 Babys im Jahr an Keuchhusten.

Familien mit kleinen Kindern sind die Hauptrisikogruppe dieser Krankheit und sollten den Impfschutz überprüfen. Wie das RKI meldet, waren 2014 fast 97% der Kinder in Ostdeutschland und 95% in Ostdeutschland im Einschulungsalter gegen Keuchhusten geimpft. Bei den Erwachsenen sinkt diese Rate auf 10-25%.

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Impfung gegen Keuchhusten

Die Impfung gegen Pertussis muss in regelmäßigen Abständen aufgefrischt werden. Bei Kleinkindern gibt es dazu vier Teilimpfungen, gefolgt von zwei Auffrischungen, einmal im Kindes-, einmal im Jugendalter. Erwachsene können den Pertussis-Schutz gemeinsam mit Tetanus und Diphterie auffrischen. Empfohlen wird dabei ein Abstand von 10 Jahren. Ist der Impfschutz verstrichen, ist eine erneute Infektion möglich.

Besonders für Schwangere ist der Impfschutz wichtig. Sind junge Mütter nicht geimpft, hat das Baby in den ersten zwei Lebensmonaten keinen Schutz vor der Krankheit, da erst ab diesem Zeitpunkt die Immunisierung beginnt. Daher gebe es Überlegungen, die Impfung besonders Schwangeren zu empfehlen. In Großbritannien wird Schwangeren die Impfung gegen Keuchhusten zwischen der 28. und 38. Schwangerschaftswoche empfohlen.

Symptome und Infektionsweg bei Keuchhusten

Keuchhusten ist hoch ansteckend. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion, die durch engen Kontakt mit infektösen Menschen innerhalb eines Abstandes bis zu ca. 1 Meter durch Husten, Niesen oder Sprechen erfolgen kann.

Typische Symptome von Keuchhusten sind grippeähnliche Anzeichen wie Schnupfen, leichten Husten, Schwäche und kein oder nur mäßiges Fieber. Im zweiten Stadium kommt es zu anfallsweise auftretenden Hustenstößen (Stakkatohusten), gefolgt von inspiratorischem Ziehen. Die Hustenattacken gehen häufig mit Hervorwürgen von zähem Schleim und anschließendem Erbrechen einher. Die Attacken können sehr zahlreich sein und treten gehäuft nachts auf (RKI, Ratgeber Keuchhusten für Ärzte).

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