Milliarden-Entlastung für Familien: Eltern sparen bis zu mehreren hundert Euro im Jahr

Die Bundesregierung hat ein umfassendes Entlastungspaket für Familien beschlossen: in zwei Etappen wird es mehr Kindergeld und höhere Steuerfreibeträge geben. Besonders Familien mit niedrigem und mittlerem Einkommen sollen so entlastet werden.

Schon von Anfang an wurde im Koalitionsvertrag die Stärkung und Entlastung von Familien festgehalten. Der Entwurf von Bundesfinanziminister Olaf Scholz von der SPD hierzu wurde nun vom Kabinett beschlossen. Ab 2019 treten somit zahlreiche Neuerungen in Kraft. Eine Familie mit einem Bruttojahresgehalt von 60.000 Euro wird ab 2019 beispielsweise um 9,36 Prozent entlastet, das bedeutet für sie 251 Euro mehr im Jahr. Insgesamt spart das Gesetzespaket Familien 9,8 Milliarden Euro.

Weiterhin geplant sind eine Kindergelderhöhung um 25 Euro (in zwei Etappen; ab Juli 2019 zehn Euro mehr, ab Januar 2021 weitere 15 Euro mehr), ein höherer Grundfreibetrag bei der Steuer und ein höherer Kinderfreibetrag: Der Kinderfreibetrag soll von 7.428 auf 7.620 Euro (2019) und auf 7.812 (2020) erhöht werden.

Hinzu kommt eine Entlastung mittlerer und unterer Einkommen bei der sogenannten kalten Progression. Denn Kalte Progression entsteht, wenn Einkommens- und Lohnerhöhungen nur die Inflation ausgleichen, die Kaufkraft aber kaum steigt. Dem soll entgegengewirkt werden. Insgesamt soll die kalte Progression um 2,2 Milliarden Euro im kommenden Jahr abgebaut werden (diese Summe ist in der Gesamtentlastung von 9,8 Milliarden Euro für 2019 eingerechnet). Dies betrifft also nicht nur Familien. 2020 soll diese Entlastungssumme 2,1 Milliarden Euro betragen.

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Neues Familienleben

Mehr Kindergeld und höhere Freibeträge – Kabinett beschließt Familienentlastung (© panthermedia.net Hanna Monika Cybulko)

„Familien halten unsere Gesellschaft zusammen“ (Koalitionsvertrag CDU/CSU und SPD)

Hohe Steuereinnahmen und eine geringe Arbeitslosenzahl sind eine gute Basis für dieses Paket – zusätzlich kündigte Scholz an, Entlastungen bei der Einkommenssteuer anzusetzen. Auch höhere Einkommen werden im Zuge des Familienpakets etwas entlastet. Bei einem Familieneinkommen von 120.000 Euro brutto soll die Entlastung 380 Euro im Jahr betragen (1,8 Prozent Einsparung im Vergleich zu 2018).

Bei den Berechnungen der Entlastungen nimmt die Regierung eine Inflationsrate von 1,84 Prozent (2019) und 1,95 Prozent (2020) an. Der Grundfreibetrag für Steuerzahler soll von 9.000 auf 9.168 Euro (2019) und 9.408 Euro (2020) steigen, auch der Höchstbetrag für den Abzug von Unterhaltsleistungen soll leicht steigen.

Einige der beschlossenen Maßnahmen gehen sogar über das hinaus, was anfänglich im Kolationsvertrag vereinbart wurde. Das hängt mit den weiterhin steigenden Steuereinnahmen zusammen: Bis 2022 können Bund, Länder und Gemeinden mit bis zu 63,3 Milliarden Euro mehr an Einnahmen rechnen, wie es in der neuesten Steuerschätzung heißt. Die steuerlichen Mehreinnahmen für Familien einzusetzen, steht schon seit den Verhandlungen zur Kolatition von CDU/CSU und SPD fest: „Familien halten unsere Gesellschaft zusammen. Sie zu stärken und zu entlasten, ist unser Ziel“, steht dort geschrieben.

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