Grippewelle: Höhepunkt steht noch bevor

Die Grippe hat Hochsaison. In diesem Jahr sind bereits über 18.000 Menschen betroffen. Experten gehen davon aus, dass sich die Influenza noch stärker ausbreitet.

Ein grippaler Infekt, oft auch fiebrige Erkältung genannt, ist nicht mit der echten Grippe (Influenza) zu vergleichen. Hohes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und trockener Husten sind nur ein paar der Begleiterscheinungen der Krankheit. Im Januar und Februar hat die Krankheit eigentlich ihren Höhepunkt erreicht. Doch scheint das schlimmste Übel noch bevor zustehen, meldet das Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI). Demnach soll sich die Grippe-Welle in den kommenden drei Wochen besonders stark ausbreiten. „In den USA ist die Grippewelle bereits vorbei und das dort kursierende Virus scheint stärkere Symptome zu verursachen als in vorangegangenen Epidemien“, erklärt Prof. Klaus Schughart vom HZI. „In Deutschland steht der Gipfel noch bevor. Wir müssen aber mit einem ähnlichen Verlauf rechnen.“

Aktivität der Influenza in Deutschland, KW7 2015 (© RKI)

Aktivität der Influenza in Deutschland, KW 7 2015 (© RKI)

In der Kalenderwoche drei bis sieben ist die Zahl der an Influenza erkrankten Menschen in Deutschland stetig gestiegen, meldet das Robert Koch Institut. Waren es zu Beginn des Jahres noch 863 Fälle, steigerte sich die Zahl der gemeldeten Betroffenen in Kalenderwoche sieben bereits auf 8279. Seit Beginn der Grippe-Saison sind insgesamt über 18.300 Fälle klinisch nachgewiesen wurden. Vor allem im Süden und Osten Deutschland tritt die Krankheit gehäuft auf.  Dabei muss man aber davon ausgehen, dass es eine große Dunkelziffer von nicht erkannten Fällen gibt.

Ein Grund für die starke Grippewelle ist auch, dass der Impfstoff nicht so gut zum diesjährigen Virus passt und demnach nicht ausreichend schützt. Die Empfehlung für die aktuelle Zusammensetzung des Impfstoffs wurde von der WHO bereits im Februar 2014 ausgesprochen. Grundlage für die Empfehlung sind die Auswertungen der Labore über die Virenstämme der jeweils aktuellen Saison.

Die Krankheit wird durch Viren des Typs Influenza A, B oder C durch Tröpfchen übertragen. Im Gegensatz zu einer Erkältung ist die Grippe keine harmlose Krankheit. Besonders gefährdet sind Schwangere, chronisch Kranke und ältere Menschen. Die Grippe wird häufig mit einem grippalen Infekt (Erkältung) verwechselt, da ähnliche Symptome auftreten können. Typisch für die Grippe sind der unvermittelte heftige Beginn sowie ein deutlich schwererer Verlauf als bei einer Erkältung. Um sich vor einer Ansteckung zu schützen, empfiehlt das RKI, sich regelmäßig die Hände zu waschen und bei Husten darauf zu achten, dass man in die Armbeuge und nicht in die Hand hustet.

Weitere Informationen: Grippeimpfung und Schwangerschaft