Großbritannien: Baby darf drei Eltern haben

Das britische Parlament stimmt einer gentechnische Methode zu, bei der das Erbgut von drei Menschen verbunden wird. So soll verhindert werden, dass ein Baby mit einer schweren Erbkrankheit geboren wird.

Großbritannien ist das erste Land, in dem ein Baby drei Elternteile haben darf. Das Parlament stimmte einem Verfahren zu, bei dem vermieden werden soll, dass die Mutter eine Erbkrankheit auf das Kind überträgt, berichtet tagesschau.de. Das Verfahren sieht vor, dass bei einer befruchteten Eizelle eines Elternpaares ein Teil der Erbsubstanz der Frau durch eine andere weibliche Eizelle ersetzt werden soll. Das so entstandene Kind habe dabei nur sehr wenig Merkmale von der fremden Frau, weil deren eingesetzte Mitochondrien-DNA nur ein Prozent der Gesamt-DNA einer menschlichen Zelle beträgt.

Gesundes Baby dank Erbmaterial von drei Eltern(© Thinkstock)

Gesundes Baby dank Erbmaterial von drei Eltern(© Thinkstock)

Mit einer deutlichen Mehrheit von 382 Abgeordneten stimmte das britische Parlament für dieses Verfahren. Nur 128 Stimmen lehnten das „Drei-Eltern-Baby“ ab. Am 23. Februar bedarf es noch einer Abstimmung im Oberhaus, die aber nur noch reine Formsache sei.

Die ethisch umstrittene neue Methode soll jenen Eltern Hoffnung machen, die durch Gendefekte bisher keine gesunden Kinder bekommen konnten. Laut Medienberichten soll jedes 200. britische Neugeborene in Großbritannien mit einer schweren Erberkrankung geboren werden, die auf einen Defekt bei den Mitochondrien zurückzuführen sei. Das Risiko eine defekte Mitochondrien-DNA weiterzugebe tragen 2.500 Britinnen. Kritik wurde vor allem von Seiten der anglikanischen Kirche laut, die darauf verweist, dass Ärzte so in die Natur eingreifen würden. Auch den Vorwurf von „Designerbabys“ brachten einige Experten in die Diskussion ein.

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