Geschwister lehren Konfliktfähigkeit und Mitgefühl

Kinder, die gemeinsam mit Geschwistern aufwachsen, erlernen dadurch besonders viel im sozialen Verhalten. Amerikanische Forscher können auch erklären, warum das so ist und wie Einzelkinder ebenfalls ähnliche Fähigkeiten erwerben können.

Professor Padilla-Walker und ihre Kollegen vom Department of Familiy Life des Familienlebens der Brigham-Young-Universität beobachten drei Jahre lang 308 Familien mit ihren Kindern. Dabei sollten die persönlichen Entwicklungen der einzelnen Familienmitglieder und die Beziehungen innerhalb der Familie und zu Freunden ebenfalls untersucht werden.

Die Forscher stellten fest, dass Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen und zwischen Einzelkindern und Kindern mit Geschwistern fest. Jungen konnten sich gut allein beschäftigen, grübeln und eher stoisch sein. Mädchen waren eher kommunikativ, fürsorgliche und einfühlsam.

Geschwister lernen auf Gefühle anderer einzugehen © Thinkstock

Geschwister lernen auf Gefühle anderer einzugehen © Thinkstock

Kinder mit Geschwistern zeigten mehr soziales Verhalten und konnten besser Teilen. „Geschwisterbeziehungen sind gesund. Doch das Fehlen von Konflikten bedeutet nicht, dass Zuneigung besteht“, teilt Padilla-Walker laut Universitätsmitteilung mit, so der Berufsverband der Deutschen Kinder- und Jugendärzte e.V. Ob Kämpfe zwischen den Geschwistern ausgetragen werden sei nebensächlich. Wichtig sei die Harmonie in der Beziehung, denn die bedeute, dass Kinder nach einem Streit Verständnis dafür entwickelten, warum der andere verletzt oder verärgert sei. So lernten die Kinder Kompromiss- und Versöhnungsbereitschaft

Einzelkindern könnten dies nur in der Auseinandersetzung mit Freunden lernen und erführen weniger, dass es nötig sei sich zu einzuschränken oder zu teilen. Eltern von Einzelkindern sollten daher darauf achten, dass ihre Kinder viel Kontakt zu Gleichaltrigen bekommen um sich in die Situation und die Perspektive von anderen einzufühlen.