Erfolgreiche Gebärmuttertransplantation in Schweden

In Schweden wurde bei neun Frauen erfolgreich eine Gebärmutter eingesetzt. Nun wird untersucht, ob eine Schwangerschaft möglich ist.

Schwanger zu sein ist ein großer Wunsch von vielen Frauen. Doch nicht immer sind die körperlichen Voraussetzungen dafür gegeben. In der Göteborger Universitätsklinik in Schweden setzten Ärzte neun Frauen nun erfolgreich eine Gebärmutter von eigenen weiblichen Verwandten ein. Im nächsten Schritt wird untersucht, ob die Frauen mit dem Spenderorgan schwanger werden können.

Die schwedischen Patientinnen wurden entweder ohne Gebärmutter geboren oder sie mussten sie wegen Tumoren entfernen lassen. Die Hoffnung auf eine mögliche Schwangerschaft ist groß. Ähnliche Versuche in der Türkei und in Saudi Arabien zeigten allerdings keine Erfolge. Das Team um Mats Brannstrom plant für die kommenden Monate, den Frauen einen Embryo in den Uterus einzusetzen.

Erfolgreiche Gebärmuttertransplantation in Schweden (© Howard Pemberton / Thinkstock)

Erfolgreiche Gebärmuttertransplantation in Schweden (© Howard Pemberton / Thinkstock)

Das Einsetzen des Embryos ist nötig, weil eine Schwangerschaft auf natürlichem Weg nicht möglich ist, da die Gebärmutter nicht mit den Eileitern verbunden wurde. Vor dem Eingriff wurden den Frauen deshalb Eizellen entnommen und anschließend künstlich befruchtet. Im weiteren Verlauf sollen sie in die transplantierte Gebärmutter eingesetzt werden.

Bereits im September 2012 wurde mit den Transplantationen begonnen, teilt die Klinik mit. Die Namen der Frauen werden allerdings vertraulich behandelt. Allen Teilnehmerinnen gehe es gut, heißt es weiter, und sie konnten das Krankenhaus bereits nach wenigen Tagen verlassen.

Die Mediziner haben bisher keinerlei Erfahrung mit der Transplantation einer Gebärmutter.“Das ist eine neue Art von Chirurgie „, sagt Brannstrom, Leiter der Abteilung Geburtshilfe und Gynäkologie. “Wir haben kein Lehrbuch dafür“. In einem Seminar und einem wissenschaftlichen Bericht wollen die Mediziner über ihre Erfahrungen und Erkenntnisse des Eingriffs berichten.

Erste Ergebnisse gibt es bereits: Einige der Frauen hatten sechs Wochen nach der Transplantation eine Periode. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass die Organe gesund sind und im Körper funktionieren. Bei einer Patientin kam es zu einer Infektion, andere hatten kleinere Rejektionskrisen. Eine intensivmedizinische Versorgung sei aber bei keiner der Frauen notwendig gewesen, teilt die Klinik mit.

Nach maximal zwei Schwangerschaften  will Brannstrom den Frauen die Gebärmutter wieder entfernen, da die Spenderorgane Diabetes, Schwellungen und Bluthochdruck zur Folge haben können und das Krebsrisiko erhöht wird. In Untersuchungen mit Tieren gab es bereits erfolgreiche Uterus-Transplantationen. Brannstrom weist aber darauf hin, dass die Transplantation keine Garantie für eine Schwangerschaft sei: “Es handelt sich um eine Forschungsstudie. Möglicherweise werden die Frauen Kinder bekommen können, doch es gibt keine Garantien dafür.”