Frankreich: Schule ohne Handy

Das französische Parlament hat ein absolutes Handyverbot an Schulen beschlossen: alle internetfähigen Geräte sind tabu. In Deutschland gibt es so etwas bisher nur in Bayern.

Absolutes Handyverbot an Frankreichs Schulen – das ist nun beschlossene Sache.
Liberale und Abgeordnete der Regierungspartei La République en Marche stimmten in ihrer letzten Lesung in der Nationalversammlung für die Regelung. Die Vertreter linker und konservativer Parteien enthielten sich.

Die Initiative gegen die omnipräsente Ablenkung durch Handys, Smartphones und Tablets war ein Wahlkampfversprechen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron. Die Opposition sieht darin allerdings keine echte Lösung.

Kinder vor Tafel im Matheunterricht

In Frankreich sind nun alle internetfähigen Geräte an Schulen verboten (© Digital Vision)

Denn schon seit 2010 gilt in Frankreich ein Gesetz, das die Handynutzung während des Unterrichts verbietet. Die neue Regelung sieht nun ein Komplettverbot internetfähiger Geräte wie Handys, Tablets und Smartwatches in allen Räumlichkeiten und bei schulischen Aktivitäten auch außerhalb des Schulgebäudes vor. Ausnahmen gibt es nur für den Gebrauch für den Unterricht selbst oder für Kinder mit einer Behinderung.

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Das Verbot wird an Vorschulen, Grundschulen und weiterführenden Schulen gelten und betrifft somit alle Kinder und Schüler im Alter von drei bis 15 Jahren. Französische Gymnasien (Lycées) haben ebenfalls die Möglichkeit ein Handyverbot einzuführen – dies steht ihnen aber frei.

Und bei uns in Deutschland? Bei uns gibt es ein Handyverbot an Schulen bisher nur in Bayern. Dort wird seit der Einführung im Jahre 2006 allerdings auch immer wieder darüber diskutiert, ob das Landesgesetz gekippt wird. Unzeitgemäß sei solch ein Verbot, heißt es von der Opposition. Ausnahmen des Verbots sind durch den jeweiligen Lehrer bzw. Lehrerin auch in Bayern möglich. Zum Beispiel können Lehrende die Schüler ermuntern, eine Frage auf ihrem Smartphone zu recherchieren – schließlich ist der Umgang mit Medien ein Bildungsthema.
Das bayerische Kultusministerium selbst spricht daher von einem „Handy-Gebot statt Handy-Verbot“.

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