Familienpolitik: Wie wollen Eltern in Deutschland leben?

Dass die Familienpolitik an den wirklichen Bedürfnissen der Familien in Deutschland vorbeigeht, bestätigt nun eine neue forsa-Studie der Zeitschrift ELTERN. Die Studie verdeutlicht, dass eine ideale Work-Life-Balance für Familien in Deutschland meist am Geld scheitert.

Was wünschen sich Eltern eigentlich von der deutschen Familienpolitik?

Während in der Politik über die Abschaffung des Ehegattensplittings und einen schnellen Wiedereinstieg von Frauen in den Beruf diskutiert wird, wünscht sich die Mehrheit der Eltern in Deutschland die Beibehaltung des Ehegattensplittings (81 Prozent) und knapp 42 Prozent sprechen sich für eine Job-Pause von drei Jahren oder mehr nach der Geburt aus.

Familie mit Kindern

Familienpolitik in Deutschland (Foto: Thinkstock)

Dass politische Maßnahmen und die Wünsche der Eltern weit auseinandergehen, zeigen die Ergebnisse der repräsentativen forsa-Studie „Wenn Eltern die Wahl haben“, die im Auftrag der Zeitschriften ELTERN und ELTERN FAMILY realisiert wurde. Für die Studie wurden 1.000 Mütter und Väter minderjährigen Kindern in Deutschland befragt.

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Grundsätzlich wünschen sich Eltern mehr Chancengleichheit, Wahlfreiheit und einen Staat, der die richtigen Rahmenbedingungen für Familien schafft. Dazu zählen vor allem die Unterstützung benachteiligter Familien, eine partnerschaftliche Arbeitsteilung sowie ein bundesweit einheitliches Bildungssystem.

Doch laut Umfrage gelingt es nur wenigen Eltern, die gewünschte Rollenverteilung im täglichen Leben umzusetzen. Während sich nur 6 Prozent der Befragten für das traditionelle Alleinverdienermodell aussprechen, leben gerade einmal 14 Prozent danach. In mehr als der Hälfte der Haushalte (57 Prozent) arbeitet der Mann Vollzeit, während die Frau eine Teilzeitstelle hat. Diese Verteilung favorisieren allerdings nur 40 Prozent der befragten Paare.

Insgesamt 38 Prozent wünschen sich eine 30 Stundenwoche und gleichberechtigte Aufteilung von Haushalt und Kinderbetreuung, lediglich 6 Prozent der Befragten können dieses Modell auch umsetzen.

Grund für die großen Unterschiede zwischen Vorstellung und Realität ist bei vielen Familien das fehlende Geld. So gaben 45 Prozent der Befragten an, dass ihr Einkommen zu gering ausfiele, würden sie das angestrebte Wunschmodell umsetzen.

Weitere Details zur Umfrage können Interessierte in der Pressemitteilung „Familienpolitik geht an Bedürfnissen der Eltern vorbei“ nachlesen.

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