EU-Kommission: Pille danach ohne Rezept

Notfall-Verhütung war bisher ein Grund in Deutschland einen Arzt aufzusuchen. Doch die EU-Kommission entschied: die Pille danach gibt es bald ohne Rezept.

Die EU-Kommission hat entschieden, dass auch in Deutschland die Rezeptpflicht für die sogenannte „Pille danach“ entfällt. Das Medikament verhindert eine Schwangerschaft nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr und war bisher verschreibungspflichtig. Die Kommission folgte mit ihrem Beschluss einem einer Empfehlung der Europäischen Arzneimittelagentur und gab das Präparat EllaOne mit dem Wirkstoff  Ulipristalacetat frei. Auch Präparate, die Levonorgestrel enthalten sollen laut Bundesministerium für Gesundheit (BMG) nicht mehr verschreibungspflichtig sein.

Die "Pille danach" EllaOne gibt es bald rezeptfrei (© HRA Pharma)

Die „Pille danach“ EllaOne gibt es bald rezeptfrei (© HRA Pharma)

Wann genau die Pille danach tatsächlich ohne Rezept in den Apotheken erhältlich ist, ist noch unklar. Für die Freigabe sei eine Änderung der Arzneimittelverschreibungsordnung nötig, bevor der Beschluss der EU-Kommission in Kraft treten könne, erklärt die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände.

Bei Ärzten stößt die Entscheidung des EU-Gremiums auf Ablehnung. Wie die „Ärztezeitung“ berichtet, halten Gynäkologen und  Fortpflanzungsmediziner  eine medizinisch kompetente und vertrauliche Beratung in der Apotheke in den meisten Fällen für unmöglich. Sie sprechen sich für eine ärztliche Beratung in der Frauenarztpraxis aus, dort können Präparate zur Notfall-Verhütung verschrieben werden.