Familienministerin fordert: Erzieher sollten so viel verdienen wie Lehrer

Familienministerin Franziska Giffey fordert eine bessere Bezahlung für Erzieherinnen und Erzieher und eine Ausbildungsvergütung, um den Beruf für junge Menschen attraktiver zu machen.

Der neue Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD verspricht „mehr Geld für Kitaausbau, Entlastung von Eltern bei den Gebühren bis hin zur Gebührenfreiheit“ und die “ Steigerung der Qualität in der Kinderbetreuung“. Das heißt konkret, dass bis 2021 3,5 Milliarden Euro mehr für Kitas und Kindertagespflege bereitgestellt werden. „Kitas sind Bildungseinrichtungen. Und aus meiner Sicht verdienen Erzieherinnen und Erzieher (…) eine Bezahlung ähnlich wie Pädagogen, die etwa in der Grundschule arbeiten“, sagte die neue Familienministerin der „Bild am Sonntag“ im Interview.

Um den Bedarf an Fachkräften zu decken, müsse sich „etwas bei der Bezahlung ändern“, sagte Giffey. Denn der Erziehermangel ist Folge des schwierigen und schwer finanzierbaren Ausbildungsweg für Erzieher und Erzieherinnen. In den ersten beiden Jahren besuchen sie nämlich eine Fachschule und für diese bekommen sie kein Geld. Es ist sogar so, dass sie bei manchen Schulen Geld zahlen müssen – ein Schulgeld, um die Ausbildung zu finanzieren.

Familienministerin fordert: Erzieher sollten so viel verdienen wie Lehrer (© Getty Images)

Familienministerin fordert: Erzieher sollten so viel verdienen wie Lehrer (© Getty Images)

Es gehe schließlich um Menschen, die „die Basis für die Zukunft unserer Kinder und damit für die Zukunft der Bundesrepublik legen“. Franziska Giffey sprach sich zudem für eine Ausbildungsvergütung für Erzieher aus, damit sich mehr junge Menschen für den Beruf entscheiden.

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Bei der Frage, wie diese Forderung realisiert werden soll, antwortet Giffey eher vage: Bei der Finanzierung sind „alle gefragt, Bund und Länder“. Ihr Anliegen sei es, allen Kindern – egal aus welchen Verhältnissen sie stammen – einen guten Start ins Leben zu ermöglichen. Sie alle sollen in der Schule Erfolge feiern, eine Ausbildung oder Studium beenden können.

Der Bild-Zeitung zufolge verdient ein Erzieher im Schnitt 2600 Euro brutto. In dieser Größenordnung liegen bei Grundschullehrern die Netto-Einstiegsgehälter. Deren Bezahlung ist allerdings von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich – trotzdem, ein erheblicher Unterschied. Ob und wie sich diese Schere schließen lässt, ist noch ungewiss.

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