Erneuter Milchpulver-Skandal in China

In China wurde erneut ein Milchpulver-Skandal aufgedeckt. Staatliche Medien berichten von falsch etikettiertem Milchpulver für Babys, wonach Produkte mit falschen Verfallsdaten und Inhaltsstoffen deklariert worden sind.

Nach Aussagen staatlicher Medien wurde in der Volksrepublik China ein weiterer Milchpulver-Skandal aufgedeckt. Demnach habe die chinesische Firma Xile Lier Milchpulver-Produkte für Babys falsch deklariert und u.a. bereits verfallene oder minderwertigen Produkte unter dem Label Hero Nutradefence vermarktet.

Erneuter Milchpulver-Skandal in China , Baby mit Fläschchen

Erneuter Milchpulver-Skandal in China (©Thinkstock)

Ermittler gehen davon aus, dass Xile Lier Milchpulver mit Milch vermischt wurde, deren Verfallsdatum schon abgelaufen war. Zudem sollen auf den Verpackungen Verfallsdaten von Milchpulver gefälscht oder minderwertiges Milchpulver zu hochwertigem Pulver für Babys umdeklariert worden sein.

Bereits in der Vergangenheit sorgten einige Lebensmittelskandale durch chinesische Firmen für Aufsehen. So wurde im Jahre 2006 Melamin dazu verwendet, eine für die USA bestimmte Lieferung Haustierfutter zu strecken, was zum Tode von Haustieren durch Nierenversagen führte. Zwei Jahre später setzten chinesische Molkereien und Babynahrungshersteller dem Baby-Milchpulver Melamin zu, um einen höheren Proteinanteil vorzutäuschen. Dies führte 2008 zum Tod von sechs Säuglingen und durch Nierenstein-Bildung zur Erkrankung von rund 294.000 Kindern in China.

Die Milchpulver-Skandale werden als mögliche Ursache für massenhafte private Importe von deutscher Milchnahrung nach Asien angeführt. Diese führten im Januar dieses Jahres bereits bei einigen Herstellern wie Milupa zu Engpässen bei Milchpulverprodukten in Deutschland. Obwohl der deutsche Hersteller Milupa nicht für den Exporthandel produziert, verkauften offenbar Klein-Exporteure auf eigene Faust massenweise die Produkte nach Asien. Milupa versicherte seinen Kunden bereits im Januar 2013, gemeinsam mit dem Handel diese Hamsterkäufe zu unterbinden.

Einige Drogeriemärkte wie dm haben vorübergehend die Abgabemengen auf handelsübliche Mengen beschränkt, andere Märkte klagen über Lieferschwierigkeiten der Großlager.