Eltern am Smartphone macht Kinder depressiv

Kinder fühlen sich zurückgewiesen oder können depressiv werden, wenn Eltern ständig am Smartphone hängen und ihre Aufmerksamkeit weniger dem Kind widmen als der Technik. Zu diesem Ergebnis kommt eine schwedische Studie.

Hängen Eltern ständig am Smartphone, leiden zusehends die Kinder darunter. Manche fühlen sich zurückgewiesen oder gehen gar verloren. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle schwedische Studie des Marktforschungsinstituts YouGov. Auch in der Schweiz betrachten Wissenschaftler das Smartphone-Problem mit größerer Besorgnis, berichtet das Magazin 20 Minuten.

Eltern am Smartphone macht Kinder depressiv (© Thinkstock)

Eltern am Smartphone macht Kinder depressiv (© Thinkstock)

Laut der schwedischen Studie aus 2013 leidet im Norden bereits jedes dritte Kind darunter, dass sich die Eltern lieber mit dem Smartphone als dem eigenen Nachwuchs beschäftigen. Die Zahlen aus Schweden treffen auch auf die Schweiz zu, betont Daniel Süss, Medienpsychologe an der ZHAW: «Es gibt hier zwar noch keine Studie dazu. Aber die Anzahl Mobiltelefone spricht dafür», äußerte sich Süss gegenüber dem Magazin 20 Minuten.

Mittlerweile werden in der Schweiz pro 100 Einwohner 131 Handys genutzt, 23 mehr als in Schweden. Die Anzahl der Eltern, die Smartphones nutzen und somit komplett auf das Mobiltelefon mehr noch als auf ihr Kind fokussiert sind, sei ebenfalls stark angestiegen.

Das Smartphone-Problem kenne man laut “20 Minuten” auch bei Pro Juventute. «Wir begegnen dem Thema vor allem, wenn Eltern Erziehungsfragen haben. Etwa, wenn ihr Kind zunehmend versucht, sich Aufmerksamkeit zu verschaffen, weil die Eltern am Smartphone sind», berichtet Daniela Melone, Leiterin Elternberatung.

Schweizer Psychologen betonen, dass Kinder durch die Konkurrenz des Smartphones sogar depressiv werden können, da sie sich missachtet fühlen, wodurch Frust und Wut entstehen können. Darüber hinaus sei nach Ansicht der Experten auch die geistige Entwicklung der Kinder gefährdet: «Kinder brauchen unbedingt aufmerksame Eltern, sonst kann es schwerwiegende Probleme geben in der sprachlichen, kognitiven und sozialen Entwicklung», betont Süss.

Junge Mütter und Väter nutzen Smartphones vor allem, um sich durch soziale Netzwerke oder SMS-Nachrichten eingebunden zu fühlen, betont Medienpsychologe Süss. Aber gerade weil laufend neue Kommunikations- und Informationskanäle entwickelt würden, werde sich die Situation in diesem Bereich sogar noch verschärfen.

Aus diesem Grund appelliert die Schweizer Organisation Pro Juventute an die Selbstdisziplin der Eltern: «Smartphonezeiten lassen sich regeln, etwa während des Mittagsschlafs oder wenn das Kind in der Schule ist.»