20 Gramm Wurst pro Tag sind schon zuviel

Die Ergebnisse einer europaweiten Studie deuten darauf hin, dass Wurst zu einem erhöhten Risiko führt, frühzeitig an Herz-Kreislauf-Erkrankung oder Krebs zu sterben.

Schätzungsweise 3,3 Prozent frühzeitiger Todesfälle könnten laut einer neuen Studie verhindert werden, wenn Konsumenten pro Tag weniger als 20 Gramm behandelte Fleischprodukte wie Wurst, Schinken, Speck, Salami usw. zu sich nähmen.

Den Zusammenhang zwischen Fleischkonsum und einem erhöhten Sterberisiko hat Sabine Rohrmann vom Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Zürich in einer europaweiten Studie mit Forscherkollegen aus zehn Ländern untersucht. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse Anfang März im BMC Medical (doi:10.1186/1741-7015-11-63, März 2013).

In der umfangreichen Studie prüften die Wissenschaftler mögliche Zusammenhänge eines frühzeitigen Todes aufgrund des Konsums von rotem Fleisch (Schwein, Rind etc.), behandeltem Fleisch (Wurstprodukte wie Salami etc.) sowie weißem Fleisch (Geflügel).

20 Gramm Wurst pro Tag sind schon zuviel

20 Gramm Wurst pro Tag sind schon zuviel (© Thinkstock)

Insgesamt 448.568 gesunde Männer und Frauen im Alter von 35 bis 69 Jahren wurden in die Analysen einbezogen. Auch Angaben zu möglichen Diäten wurden mit aufgenommen, ob die Teilnehmer rauchen, körperlich aktiv sind und welchen Body Mass Index sie haben.

Nach Auswertung der erhobenen Daten zeigte sich, dass von den drei untersuchten Fleischprodukten vor allem der hohe Konsum von Wurstprodukten mit einem erhöhten Risiko einhergeht, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs oder anderen Erkrankungen frühzeitig zu sterben. Gerade in Wurst ist der Anteil an Cholesterin und gesättigten Fettsäuren sehr hoch, die letztendlich zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen können. Zudem enhalten Wurstprodukte vielfach problematische Inhaltsstoffe wie Nitrosamine, die eine mögliche Ursache für die erhöhte Krebsmortalität sein könnten.

Die Studie offenbarte ebenfalls, dass der Konsum von Geflügelfleisch keine relevanten Auswirkungen auf ein frühzeitiges Sterberisiko zeigte, und dass gerade Männer und Frauen mit hohem Wurstkonsum weniger Obst und Gemüse zu sich nehmen und häufiger Raucher sind.

Die Bilanz: Männer und Frauen mit erhöhtem Wurstkonsum sind auch einem erhöhten Risiko ausgesetzt, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs zu sterben. Eine Reduzierung des Konsums auf 20 g pro Tag könnte mehr als 3 Prozent dieser frühzeitigen Todesfälle jedoch verhindern.