Dialyse-Patientin bringt gesundes Baby zur Welt

Sensation im Klinikum Nürnberg: Dialyse-Patientin bringt gesundes Töchterchen per Kaiserschnitt zur Welt. Ein seltenes Ereignis, denn weltweit gibt es nur einige hundert erfolgreiche Schwangerschaften mit Dialyse.

Im Klinikum Nürnberg brachte Dialyse-Patientin Astrid Bergmann vor kurzem ein gesundes Mädchen zu Welt, die kleine Serafina. Dies sei ein sehr seltener Fall, erklärten die Mediziner, denn weltweit gibt es nur einige hundert erfolgreiche Schwangerschaften mit Dialyse, von denen wiederum ein Fünftel der Frauen erst während der Schwangerschaft dialysepflichtig werden.

40 bis 60 Prozent der Dialyse-Patientinnen verlieren in der Regel ihr Baby, doch dank der intensiven Betreuung konnten alle Komplikationen bei Serafina verhindert werden, die gesund und voll entwickelt per Kaiserschnitt entbunden wurde.

Dialyse-Patientin bringt gesundes Kind zur Welt (© Klinikum Nürnberg)

Dialyse-Patientin bringt gesundes Kind zur Welt (© Michael Matejka / Klinikum Nürnberg)

Serafina zählt zu den wenigen Kindern weltweit, deren Mütter bereits vor der Schwangerschaft dialysepflichtig waren. Sie konnte dank umfassender medizinischer Betreuung durch die Nephrologie und die Geburtshilfe des Klinikum Nürnbergs gesund das Licht der Welt erblicken.

„Mir fehlen die Worte für das, was ich empfinde“, freut sich die 33-Jährige Astrid Bergmann, die nie damit gerechnet hatte, jemals ein Kind bekommen zu können.

Astrid Bergmann ist seit sieben Jahren Dialyse-Patientin und muss dreimal in der Woche für vier Stunden zur Blutwäsche. Für gewöhnlich haben Dialyse-Patientinnen auch einen sehr unregelmäßigen Eisprung, sodass die Chance für eine Schwangerschaft bei gerade einmal einem Prozent liegt.

Ihre Schwangerschaft wurde aber glücklicherweise rechzeitig festgestellt, da sie an einer medizinischen Studie teilnimmt und zu regelmäßigen Voruntersuchungen geht. Da eine Schwangerschaft bei Dialyse-Patientinnen immer eine Hochrisiko-Schwangerschaft ist, wurde sie während der gesamten Schwangerschaft in einem fächerübergreifenden Behandlungskonzept betreut, die aus einem Ärzteteam der Nephrologie und der Geburtshilfe des Klinikum Nürnberg Süd bestand.

Dabei wurde die Dialyse sofort von drei- auf sechsmal in der Woche umgestellt, um die hohen Harnstoffwerte der nierenkranken Mutter zu filtern, damit sie nicht zu Problemen für das Baby führen können. „Je besser eine Patientin dialysiert ist, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Schwangerschaft erhalten werden kann und es zu keinem Abgang kommt“, sagt Dr. Michael Leidig, Oberarzt der Nephrologie.

Dank der intensiven Betreuung konnten alle Komplikationen verhindert werden: 40 bis 60 Prozent der schwangeren Dialyse-Patientinnen verlieren ihr Baby oder es kommt zu Komplikationen wie Mangelentwicklungen, Früh- oder Fehlgeburten, Bluthochdruck oder Schwangerschaftsvergiftungen. Bei Serafina entwickelte sich aber alles normal.

Nach 40 Schwangerschaftswochen dann war es soweit und die Kleine wurde per Kaiserschnitt entbunden. „Wir sind alle sehr froh und auch stolz, dass dies gelungen ist,“ sagte Nephrologie-Oberarzt Leidig zur erfolgreichen Geburt der kleinen Serafina.

Nun muss Astrid Bergmann wieder „nur noch“ dreimal an die Dialyse und wird alsbald erneut auf die Warteliste für eine Nieren-Transplantation gesetzt. Wenn alles klappt, wird für sie und ihre kleine Familie auch ein Leben ohne Dialyse möglich.