Bundesrat stimmt für Rezeptfreiheit der „Pille danach”

Der Bundesrat stimmte der Rezeptfreiheit des Medikamentes Levonorgestrel zu, der „Pille danach“. Die Gesetzesänderung soll ab Mai 2014 in Kraft treten.

Anfang November 2013 brachte der Bundesrat die Rezeptfreiheit für die „Pille danach“ auf den Weg und stimmte für die Aufhebung der Verschreibungspflicht des Arzneimittels Levonorgestrel.

Die dafür notwendige Änderung der Arzneimittelverschreibungsverordnung soll am 1. Mai 2014 in Kraft treten und Frauen von da an das Medikament zur Verhinderung einer Schwangerschaft leichter zugänglich machen.

Pille wird nicht rezeptfrei (© Fuse)

Bundesrat stimmt für Rezeptfreiheit der „Pille danach“ (© Fuse)

Noch im Mai diesen Jahres hatten Union und FDP die Rezeptfreiheit für die „Pille danach“ abgelehnt. Damals begründete man die Ablehnung mit der Notwendigkeit der ärztlichen Beratung solcher Präparate sowie dem Anstieg der Schwangerschaftsabbrüche in Großbritannien und Frankreich nach Aufhebung der Rezeptpflicht.

Mit der neuen Entscheidung verwies der Bundesrat jedoch auf die Erfahrungen anderer europäischer Länder. Demnach sei in vielen dieser Ländern, wo die „Pille danach“ rezeptfrei erhältlich ist, die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche gesunken. Darüber hinaus belegten Studien, dass die Rezeptfreiheit nicht zu einer Zunahme von riskantem Sexualverhalten geführt habe.

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Der Berufsverband der Frauenärzte (BVF) steht der neuen politischen Entscheidung des Bundesrates weiterhin skeptisch gegenüber und betont, dass die Entscheidung u.a. die Tatsache ignoriere, dass in Deutschland die Schwangerschaftsabbruchzahlen gegenüber allen anderen Ländern bereits sinken. Darüber hinaus sei das Mittel Levonorgestrel als „Pille danach“ weniger wirksam als das Präparat Ulipristalacetat, das weiterhin verschreibungspflichtig bleiben wird. Levonorgestrel kann nur innerhalb der ersten 24 Stunden wirken und nur etwa ein Drittel der Schwangerschaften verhindern, während Ulipristalacetat wesentlich erfolgversprechender ist und fünf Tage wirkt.

Dr. med. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte: „Wir hoffen, dass die Einführung der Rezeptfreiheit nicht zu einer Verschlechterung der Betreuung und Beratung dieser Mädchen und Frauen und damit zu einer Zunahme von Schwangerschaftsabbrüchen führen wird. (…) Denn die Mädchen und Frauen wissen ohne Beratung vielfach nicht, wann und wie sie das Medikament einnehmen sollen, wie die Erfahrungen aus den anderen Ländern zeigen.“

Ob die Änderung in Kraft tritt, entscheidet das Bundesgesundheitsministerium im kommenden Jahr.

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