Bund unterstützt Kinderwunschbehandlung bei unverheirateten Paaren

Ab dem 7.1. sollen auch Unverheiratete bei der Kinderwunschbehandlung finanziell unterstützt werden. Die neue Bundesförderrichtlinie soll für mehr Gerechtigkeit sorgen. Bestimmte Voraussetzungen müssen allerdings erfüllt werden,

Mehr als sechs Millionen Menschen sind ungewollt kinderlos. Kinderwunschbehandlungen sind aufwendig und teuer, Paare ohne Trauschein mussten bisher alle Kosten allein tragen. Das wird nun anders, denn ab 7. Januar gilt die geänderte Bundesförderrichtlinie. „Der Kinderwunsch von Eltern darf nicht am Geld scheitern. Deshalb müssen wir Paare mit unerfülltem Kinderwunsch unterstützen“, sagte Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig. „Wir wollen allen Paaren die Möglichkeit geben, sich den Wunsch nach einem eigenen Kind zu erfüllen, egal ob verheiratet oder unverheiratet.“

Dank der neuen Bundesförderrichtlinie können nun auch unverheiratete Paare finanzielle Unterstützung für reproduktionsmedizinische Behandlungen erhalten. Noch gilt dies allerdings nur für Paare aus sechs Bundesländern. Denn nur  Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Berlin beteiligen sich mit einem eigenem Landesförderprogramm. Sind die Voraussetzungen erfüllt können Paare, die in nichtehelicher Lebensgemeinschaft leben, künftig Zuwendungen für die erste bis dritte Behandlung in Höhe von bis zu 12,5 Prozent und für die vierte Behandlung in Höhe von bis zu 25 Prozent des Selbstkostenanteils gewährt bekommen.

Der Wunsch nach einem eigenen Kind soll auch ohne Trauschein  erfüllt werden (c) Thinkstock

Der Wunsch nach einem eigenen Kind soll auch ohne Trauschein erfüllt werden (c) Thinkstock

Voraussetzungen für eine Förderung liegen vor, wenn:

  • sich das Wohnsitzbundesland mit einem eigenen Landesförderprogramm in entsprechender Hinsicht finanziell beteiligt (zusätzliche Voraussetzungen können vom Land festgelegt werden),
  • beide Partner im Bundesgebiet ihren Hauptwohnsitz haben,
  • sie eine reproduktionsmedizinische Einrichtung im Wohnsitzbundesland nutzen,
  • sie eine IVF-Behandlung (In-Vitro-Fertilisation) oder ICSI-Behandlung (Intrazytoplasmatische Spermieninjektion) durchführen wollen,
  • und im Übrigen die weiteren Voraussetzungen nach § 27a SGB V erfüllt werden, wie insbesondere die Altersgrenzen: Das Alter der Frau muss zwischen 25 und 40 Jahren, das Alter des Mannes zwischen 25 und 50 Jahren liegen.

Weitere Informationen auch in im Artikel: Kinderwunschbehandlung und beim Bundesfamilienministerium und auf dem Informationsportal Kinderwunsch.de