Bubble Tea: Gesundheitsrisiko für Kleinkinder

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner warnt vor Verschluckungsgefahr bei Bubble Tea. Kleinkinder sollten Bubble Tea nicht trinken. Auch die Stiftung Warentest warnt ihn ihrem Schnelltest vor Gefahren für Kinder.

Er ist quietschbunt, süß und macht beim Trinken auch noch Spaß. Damit ist Bubble Tea besonders bei Kindern und Jugendlichen beliebt. In deutschen Innenstädten schießen Bubble Tea Läden wie Pilze aus dem Boden. Allein 2012 hat der Verkauf des Mixgetränks in den ersten vier Monaten vier Millionen Euro Umsatz erzielt. Das Prinzip ist simpel: gesüßter grüner, schwarzer oder weißer Tee wird mit Fruchtsirup, Milch oder Joghurt versetzt. Das Besondere: dem Mixgetränk werden farbige Kügelchen aus Speise- oder Algenstärke zugesetzt, die oft eine flüssige Füllung haben und im Mund zerplatzen. Diese sogenannten Bubbles werden mit einem extradicken Strohhalm aufgesaugt. Und genau da liegt das Problem.

Bubble Tea

Bubble Tea – riskant für Kinder (Foto: Thinkstock)

Der Bundesverband deutscher Kinder- und Jugendärzte hat bereits im Februar gewarnt, dass Kleinkinder wegen der Verschluckungsgefahr der Kügelchen keinen Bubble Tea trinken sollten. Diese Gefahr bestätigte jetzt eine von Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner in Auftrag gegebene Untersuchung des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR). „Insbesondere bei Kindern bis zum Alter von vier Jahren besteht die Gefahr, dass sie versehentlich Fremdkörper in die Lunge verschlucken“, erklärt BfR-Präsident, Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. „Und genau das kann passieren, wenn Bubbles mit einem Strohhalm eingesaugt werden.“

Deshalb fordert Aigner nun Warnhinweise zur Verschluckungsgefahr bei Kindern auf der Getränkekarte oder einem Schild neben dem Ausschank. Die Ministerin hat aus diesem Anlass die betroffenen Wirtschaftsverbände angeschrieben und Hersteller und Verkäufer um einen entsprechenden Hinweis gebeten. Auch die zuständigen Überwachungsbehörden in den Bundesländern sollen die Firmen zu den Warnungen auffordern.

Die Stiftung Warentest hat in einem Schnelltest außerdem den hohen Zucker- und Koffeingehalt der Getränke sowie Lebensmittelzusatzstoffe bemängelt. Für den Test wurden exemplarisch vier Sorten Bubble Tea untersucht. Mit einem Zuckergeahlt von 50 bis 60 Gramm pro Becher (500ml) hatten drei der getesteten Getränke etwa genau so viel Zucker wie die gleiche Menge Cola. Zudem würden nach Angaben von Stiftung Warentest Azofarbstoffe in den Mixgetränken verwendet. Die zugelassene Menge wurde zwar nicht überschritten, aber die Farbstoffe stehen im Verdacht, bei Kindern zu Hyperaktivität und Aufmerksamkeitsdefiziten zu führen. Außerdem war für den Verbraucher nicht klar gekennzeichnet, dass die Bubble Teas solche Inhaltsstoffe enthalten. Auch von dem Versprechen „100 Prozent natürlich“ sollte man sich laut Stiftung Warentest nicht einwickeln lassen. Denn in den getesteten Bubble Teas sind Fruchtaromen aus echten Früchten nur in sehr geringen Mengen nachweisbar. Hauptsächlich bestehen die Mixgetränke aus einem synthetischen Aroma.

Da Bubble Tea in der Regel auf der Basis von Tee hergestellt wird, ist in diesen Getränken auch Koffein enthalten. Der Koffeingehalt liegt je nach Mischung des Bubble Teas in der Regel in Mengenbereichen, wie sie in einer Tasse schwarzem Tee oder Kaffee enthalten sein können. Schon deshalb sollten Kinder keinen Bubble Tea trinken: Sie reagieren empfindlich auf Koffein und können etwa Herzrasen, Nervosität und Schlafstörungen bekommen.

Eine beruhigende Gewissheit hat der Test aber auch gebracht: die getesteten Bubble Teas enthielten keine Weichmacher. Im vergangenen Jahr ging in Taiwan, dem Heimatland des Bubble Teas, ein Lebensmittelskandal durch die Schlagzeilen: In Bubble Teas wurde der Weichmacher DEHP festgestellt. Davon waren die getesteten deutschen Produkte nicht betroffen. Ebenfalls in Ordnung war die mikrobiologische Qualität der untersuchten Getränke. Kein Becher enthielt Salmonellen oder andere krankheitserregende Keime.

(Quellen: www.bmelv.de, www.bfr.bund.de und www.test.de)

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