Großer Bruder verhindert Entführung eines Säuglings

Ein Neunjähriger zeige wahre Geschwisterliebe und ziemlich viel Mut! Denn seine Aufmerksamkeit und sein Handeln verhindert die Entführung seines neugeborenen Geschwisterchens.

Ein neunjähriger Junge verhinderte am Freitag die Entführung seines Geschwisterchens. Wie die Hamburger Polizei mitteilte, ereignete sich die Tat im Mariahilf Krankenhaus. In der Geburtsstation der Klinik bleiben die Neugeborenen bei der Mutter, das Rooming-In-Konzept gilt als sehr erfolgreich. Die Mutter war kurz eingeschlafen, ihr Neugeborenes neben sich. Im Raum war auch der neunjährige große Bruder. Eine 34-jährige Frau öffnete die Tür und nahm den Säugling aus seinem Bettchen. Dem Neunjährigen kam das falsch vor. Er reagierte umsichtig und mutig, ging hinter der Frau her und rief laut:  „Gib uns Mamas Baby wieder!“, wie lokale Medien berichten.

Das Rufen des großen Bruder machte andere auf die Tat aufmerksam, die Frau gab dem Jungen den Säugling. Eine Stationsärztin wurde informiert und ließ sich vom Neunjährigen schildern, was passiert war. Noch im Krankenhaus wurde die Täterin ergriffen. Die Polizei Hamburg teilte mit: „Die 34-Jährige wurde noch im Krankenhaus angehalten und festgenommen. Sie machte einen geistig verwirrten Eindruck und wurde dem psychiatrischen Notdienst übergeben und stationär aufgenommen.“ Dem Neugeborenen war nichts passiert, sein Bruder gab das Baby der Mutter in den Arm.

Wie gut einen großen Bruder zu haben! /Symbolbild  (c) Thinkstock

Wie gut einen großen Bruder zu haben! /Symbolbild (c) Thinkstock

Am Montagnachmittag hat die Klinik Stellung zu dem Vorfall bezogen: „Solch ein Ereignis ist ein absolut außergewöhnlicher Vorfall, der mit keiner Maßnahme zu einhundert Prozent verhindert werden kann“, sagte die Sprecherin der Klinik, Tanja Velter. Auch wenn Entführungen oder Verwechslungen von Neugeborenen extrem selten sind, haben viele Kliniken Sicherheitsmaßnahmen ergriffen. Neben einer Videoüberwachung wird immer häufiger ein Chiparmband eingesetzt. Babys und Mütter tragen ein Armband mit Chip am Handgelenk, das Alarm auslöst, wenn das Kind zu weit von der Mutter emtfernt wird.

Kleinere Krankenhäuser setzen meist auf gekennzeichnete Bänder an Arm und Fuß, auf dem Name, Geburtsdatum und -uhrzeit vermerkt sind. Ist die Säuglingsstation klein, kann das Personal auch leichter den Überblick bewahren. Experten sind sich einig: Auch ausgefeilte Technik kann nicht alles verhindern –  die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind aus der Klinik entführt wird, ist so gering, dass sie statistisch nicht zu messen ist. Der letzte bekannte Fall geschah vor über sechs Jahren.

Der neunjährige Held aus Hamburg ist mittlerweile vermutlich schon mit dem kleinen Geschwisterchen zu Hause  – und die Eltern sicher sehr stolz auf diesen aufmerksamen mutigen großen Bruder!