Britische Frauen demonstrieren für öffentliches Stillen

Eine stillende, britische Mutter wird bei Facebook als „Schlampe“ bezeichnet und geht auf die Straße. Ihrem Aufruf folgend gingen tausende Frauen landesweit auf die Straßen und stillten ihre Babys in der Öffentlichkeit.

Letztes Wochenende haben tausende britische Frauen für öffentliches Stillen demonstriert und ihren Babys auf offener Straße die Brust gegeben. Anlass zum britischen Protest war die diskriminierende Bezeichnung einer jungen, stillenden Frau aus Staffordshire, die auf Facebook als „Schlampe“ betitelt wurde. Die Britin Emily Slough (27) wurde am 7. März 2014 heimlich beim Stillen in Rugeley fotografiert. Anschließend landete das Foto auf Facebook mit der Unterschrift „Tramp“, übersetzt etwa „Pennerin“ oder „Schlampe“.

„Normalerweise bin ich niemand, der sich durch so was aus der Ruhe bringen lässt“, äußerte sich Emily Slough gegenüber der BBC, „und zuerst dachte ich auch, ich würde es einfach ignorieren. Aber dann entschloss ich mich, ein Exempel zu statuieren.“

Emily Slough, 27, organisierte ein öffentliches Stilltreffen als Protest gegen Diffaminierung im Internet (© Emily Slough / facebook)

Emily Slough, 27, organisierte ein öffentliches Stilltreffen als Protest gegen die Diskriminierung stillender Mütter (© Emily Slough / facebook)

Nachdem Slough von dem diskriminierenden Facebook-Bild erfahren hatte, stellte sie es einfach selbst auf ihre Facebook-Seite und rief zu einer Demonstration für öffentliches Stillen im Stadtzentrum von Rugeley auf. Ihrem Protestaufruf folgten letztes Wochenende mehrere tausend britische Frauen, die in Rugeley und auch anderen britischen Städten auf die Straße gingen. Die Frauen stillten ihre Kinder demonstrativ in aller Öffentlichkeit.

„Es geht nicht mehr nur um die Person, die etwas getan hat, sondern darum, dass Mütter sich angenehm und unbeschämt fühlen sollen, wenn sie es tun“, äußerte sich Emily Slough nach dem Protestaufruf.

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Slouhgs Protest wurde sogar teilweise von staatlichen Behörden unterstützt, wie z.B. dem National Childbirth Trust (NCT), deren Sprecherin gegenüber BBC meinte: „Jede Mutter, die sich dafür entscheidet, ihr Baby selbst zu stillen, sollte das Recht haben, dies ohne Belästigung zu tun.“

In Großbritannien ist Stillen nicht sehr populär. So stillt laut Statistik knapp die Hälfte der Mütter ihre Babys. Aus diesem Grunde wurde bereits Ende letzten Jahres ein Pilotprojekt gestartet, um die geringe Stillrate anzuheben, indem stillenden Müttern Einkaufsgutscheine angeboten wurden. Jedoch verursachte bereits diese Aktion kontroverse Debatten im In- und Ausland.

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