#BloggerFuerFluechtlinge: Gemeinsam können wir helfen

Unvorstellbares passiert auf der Flucht. Was wünscht sich ein Kind, dass seine Eltern verlor? Wie können wir helfen? Eine Blogger-Initiative organisiert Hilfe und Spenden für Flüchtlinge im Internet – so können auch Sie helfen:

„Am liebsten hätte ich ein Haus, ein ganz kleines Haus. Mit Menschen zum Spielen,“ erklärt ein fünfjähriges Mädchen und lacht. Der Dolmetscher übersetzt. Ein Puppenhaus. Das Mädchen aus Syrien ist eines von 24 Kindern, die eine engagierte Rechtsanwältin zur Zeit betreut. Als Berufsvormund kümmert sie sich um unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Kinder, die in ihrer Heimat und auf der Flucht unvorstellbares erlebt haben. Die Fünfjährige etwa, wurde von ihren Eltern irgendwo in Griechenland getrennt, fremde Erwachsene nahmen sie mit nach Deutschland.

Viele Flüchtlinge kommen aus Syrien © Getty Images

Viele Flüchtlinge kommen aus Syrien © Getty Images

Ein 15jähriger Junge aus Afghanistan kam mit seinem elfjährigen Bruder nach Hause und fand die ganze Familie ermordet vor. Die beiden Jungen machten sich allein auf den Weg nach Europa, sie gelangten über das Meer und wurden getrennt. Verzweifelt sucht der 15jährige nun seinen Bruder und ist allein in Deutschland. Ein fast gleichaltriger Junge ist der einzige Überlebende eines Selbstmordattentates. Es sind Kinder und Jugendliche, die nachts schreiend aufwachen. Und am Tag deutsch lernen, zu Schule gehen und auf eine bessere Zukunft hoffen.

Hilfe für traumatisierte Kinder: die Erfüllung von Sehnsuchtswünschen

Sie haben Träume. Wünschen sich sehnlich ein Puppenhaus. Oder Boxtrainig. Ein Leinwand zum Malen oder ein Instrument, das ihnen das Gefühl von Heimat gibt. Als die Anwältin die Träume „ihrer Kinder“, im Internet schildert, werden spontan Spenden gesammelt.

Gestern ging ein Traum für einen der Jungen in Erfüllung. Gerade war er, typisch Teenager, reichlich mürrisch, weil eine Zahnbehandlung anstand. Dann bekam er ein Rubab, ein spezielles Seiteninstrument. Zunächst war er sprachlos. „Für mich?“ Vorsichtig fühlte er das Holz und zupfte zart. Ein seeliges Lächeln auf dem Gesicht.

Für Frauen und Kinder ist die Flucht aus Bürgerkriegsgebieten wie Somalia sehr schwierig ©Getty Images

Für Frauen und Kinder ist die Flucht aus Bürgerkriegsgebieten wie Somalia sehr schwierig ©Getty Images

Angesichts der schrecklichen Bilder und der Not, die zu sehen ist, möchten viele Menschen helfen. Auf einer Versammlung in Hamburg, in der den Anwohnern erklärt wurde, dass demnächst eine alte Lagerhalle 1500 Flüchtlinge beherbergen soll, war die erste Publikumsfrage: „Wann und wo kann man Spenden für die Menschen abgeben?“ Vom enormen Willen zu helfen, zeigen auch die Bilder, die gerade an den Bahnhöfen von München, Hamburg und vielen anderen Orten aufgenommen wurden. Die Flüchtlinge, die sich auf den beschwerlichen Fußmarsch durch Ungarn gemacht hatten im „Walk of Hope“, werden nur in den „Trains of Hope“ willkommen geheißen, mit Geschenken und guten Wünschen.

Ankunft des Train of Hope in München © Richard Gutjahr/www.gutjahr.biz

Ankunft des Train of Hope in München © Richard Gutjahr/www.gutjahr.biz

 

Auch im Internet ist die Hilfsbereitschaft zu spüren

Viele  Menschen engagieren sich. Die Hamburger Fotografin Daniela Merz möchte mit ihren Bildern zeigen, wie sehr Flüchtlingen gemeinsame Feste, Musik und Lachen helfen kann.

Teilen macht Spaß ... © Daniela Merz/ Humans of Hamburg

Teilen macht Spaß … © Daniela Merz/ Humans of Hamburg

Blogger berichten über ihre Erlebnisse. Die Hebamme Anja Constance Caca vom Blog „Gute Eltern“ hilft in Berlin in einer Flüchtlingsunterkunft: „Es verändert vieles, wenn man Kinder unter der Ladefläche eines dort geparkten Lkw auf dem Boden schlafen sieht. Oder erschöpfte und hungrige Menschen, die sich um die vielen, aber doch zu wenigen Pizzen streiten, die ein freundlicher Essensspender auf das Gelände gebracht hat. Wer hinschaut, weiß, dass er handeln muss. Und etwas Gutes tun kann jeder.“

Sonja Lüttich von Mama-notes lebt in Düsseldorf. Sie schreibt:“ Mein Gehirn macht bei Gedankenspielen nicht mit, obwohl es selbst damit angefangen hat. Was es für die Eltern bedeuten muß, auf der Flucht gewaltsam von ihren Kindern entrissen zu werden, wenn Schlepper den Rucksack mit Medizin ins Meer werfen und das Kind daraufhin stirbt, wenn Schlepper weinende Kinder und Babys ins Meer werfen. Wie es sich für die Kinder anfühlen muss, ihre Eltern zu verlieren. Und dann merke ich, wie mein Gehirn nicht weiterdenken will, selbst wenn ich es versuche.“

Willkommensfest in Hamburg © Daniela Merz/ Humans of Hamburg

Willkommensfest in Hamburg © Daniela Merz/ Humans of Hamburg

Anja und Sonja sind nur zwei von vielen Bloggern, die sich zu einer Initiative zusammen getan haben.  Unter dem Hashtag #BloggerFuerFluechtlinge schreiben sie Berichte, berichten von ihren eigenen Erlebnissen und rufen zu Spenden auf. In der Facebookgruppe sind mittlerweile über 1700 Blogger organisiert, die gemeinsam für eine Spendenkampagne sammeln. Denn viele kleine Spenden können viel bewirken!

Die BloggerFuerFluechtlinge arbeiten eng mit Betterplace.org zusammen. So kann klar nachvollzogen werden, wohin die Spenden gehen. Die Spenden werden bundesweit verteilt, an die großen Erstaufnahmen in Berlin und Hamburg, werden für Sprachkurse, für Kinder mit besonderem Bedarf oder andere Projekte genutzt.

Gerade jetzt wird Unterstützung wichtig sein, denn es werden noch viele Menschen erwartet. Und die kalte Jahreszeit steht vor der Tür.

Gemeinsam helfen (c) Blogger für Flüchtlinge

Gemeinsam helfen (c) Blogger für Flüchtlinge

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