Berufstätige Mutter schreibt wunderbaren Brief an Kritiker

Warum müssen sich Mütter, die Beruf und Familie vereinbaren, immer Vorwürfe anhören? Eine irische Mutter schreibt einen wunderbaren Brief an einen Mann, der sie kritisierte. Sie spricht damit für viele arbeitende Mamas!

Einfach mal ein wenig Dampf ablassen auf Twitter oder Facebook, das hilft vielen Eltern. Auch die irische Nachrichtensprecherin Susan Keogh schreibt ab und an, dass sie es nicht immer einfach findet Beruf und Familie zu vereinbaren. Manchmal etwa, vermisst sie ihre kleine Tochter. Prompt antwortete ihr ein ganz besonders kluger Leser, beides nun auch einmal nicht möglich sei. Kind ja, aber auch noch arbeiten als Mutter? Gar Karriere machen?

Doch Susan Keogh steht sehr offen dazu, dass sie sich von solchen Besserwissern nicht beeindrucken lässt. Die offenen Worte des Mannes findet sie wenig mutig. Sie antwortete ihm in einem offenen Brief, der liest sich auf deutsch so:

„Lieber mutiger Mann, 

ich habe Ihre Nachricht bekommen. Die, in der Sie mich darauf aufmerksam gemacht haben, dass ich kündigen soll, wenn ich meine 4-jährige Tochter vermisse, während ich in der Arbeit bin. Und ich sollte  zumindest aufhören, Bilder von ihr zu posten. Warum bin ich noch nicht auf die Idee kommen? Sehr hilfreich. 

Ich arbeite aus vielen Gründen. Ich mag meinen Job. Er ist mir sehr wichtig. Ich rette keine Menschenleben, das versteh ich schon, aber für mich ist es wichtig. Ich mache das gerne. Es macht mich glücklich und zufrieden. Und das macht mich zu einer besseren Mutter. 

Ich arbeite montags bis freitags. An diesen fünf Tagen geht meine Tochter in den Kindergarten. Oft verpasse ich das Schlafengehen. Wissen Sie, wie viele Leute mich regelmäßig darauf aufmerksam machen? Zu viele. Mein Mann verlässt das Haus jeden Tag um 5 Uhr morgens. Er ist nie da, wenn unsere Tochter aufsteht. Wissen Sie wie viele Leute ihn darauf aufmerksam machen? Genau! Keine! 

Fühle ich mich schuldig? Jeden Tag. Manchmal zehn Stunden am Tag. Will ich am Wochenende, dass die Zeit stehen bleibt? Klar. Aber ich arbeite, um meiner Tochter eine gute Zukunft zu ermöglichen. Damit, wenn sie 16 ist, und auf eine Skifahrt in die Berge mitfahren möchte, ja sagen kann. Natürlich hab ich Angst, dass sie sich umdreht und meint, ihr wäre es lieber gewesen, wenn  ich all die Jahre bei ihr zuhause geblieben wäre. Aber ich muss das Risiko eingehen und versuche irgendwie, mich abzusichern. Sie wird sich eh für den Skikurs entscheiden, oder? ODER?!?? 

Im Moment möchte meine kleine Tochter eine „Blumenfrau“ werden. Ich bin nicht sicher, ob sie Blumen verkaufen oder einfach nur tragen möchte. Aber das ist mir auch egal. Ich mache nicht Karriere, um ihr zu zeigen, dass sie auch Karriere machen kann. Ich will ihr zeigen, dass sie die Wahl hat. Ich hoffe sie wird selbstbewusst genug sein, um die richtigen Entscheidungen für sich selbst zu treffen. Und die Entscheidung soll für das Glücklich-Sein sein.

 Und als ich vorher „mutiger Mann“ zu ihnen gesagt hab, meinte ich eigentlich Vollidiot.“

Danke, Susan! Diesen Brandbrief sollten viele Nörgler lesen!