Babys üben Gesichtsausdrücke schon im Uterus

Britische Forscher fanden heraus, dass Babys bereits im Uterus verschiedene Gesichtsausdrücke üben. Evolutionsbedingt ist das für sie nach der Geburt überlebenswichtig.

Forscher der britischen Universitäten Durham und Lancaster haben acht Mädchen und sieben Jungen auf 4D Ultraschallaufnahmen im Mutterleib beobachtet. Dabei fanden sie heraus, dass die Babys im Brauch verschiedene Gesichtsausdrücke üben. Unter anderem schneiden die Babys Grimassen, als würden sie weinen.

Können Babys im Mutterleib Gefühle wie Stress oder Schmerz ausdrücken?  (© CCLA, Reissland N, Francis B, Mason J 2013)

(© CCLA Reissland N, Francis B, Mason J (2013) PLoS ONE 8(6): e65530. doi:10.1371/journal.pone.0065530)

Nach Angabe der Wissenschaftler ist bisher allerdings unklar, ob die Kinder im Mutterleib tatsächlich Schmerzen empfinden können und ihr Gesichtsausdruck widerspiegelt, was sie gerade fühlen, oder ob die Grimassen nur Übung für später sind. Studienleiterin Dr. Nadja Reissland geht davon aus, dass die Babys nur trainieren, ihre Gefühle mit Hilfe ihres Gesichts auszudrücken. Dies ist später für sie überlebenswichtig.

Die Grimassen lassen außerdem einen Rückschluss auf den Entwicklungszustand und die Hirnreife des Kindes zu. So verändern sich die Grimassen eines Fötus von einem einfachen Lächeln bis zu komplexen Bewegungen der Augenbrauen oder der Nase. Die meisten Babys können erst ab der 36. Schwangerschaftswoche mehrere Gesichtsmuskeln gleichzeitig bewegen.