Baby auf deutschem Seenotretter geboren

Zum ersten Mal wurde an Bord eines Bundeswehr-Schiffes ein Baby geboren. Das es dem kleinen Mädchen gut geht, grenzt an ein Wunder.

Unvorstellbares hat eine 33jährige erleben müssen. Rahma A. (33) kommt aus dem vom Bürgerkrieg zerütteten Somalia. Fünf Monate war die schwangere Frau allein aus Mogadischo an die Küste gereist. Sicher auch, weil sie Sicherheit für ungeborenes Kind suchte. Gemeinsam mit 452 anderen Menschen wurde sie aus einem von vier Flüchtlingsbooten gerettet. Zunächst hatte ein britisches Marineschiff die Überlebenden aufgenommen, später wurden sie von der deutschen Fregatte Schleswig-Holstein aufgenommen. Hier brachte Rahma in den frühen Morgenstunden des 24. August ihre kleine Tochter zur Welt.

Flüchtlings-Baby auf deutscher Fregatte geboren

Sophia ist das erste Baby, das auf einem Seenotretter der Bundeswehr geboren wurde ©Bundeswehr

Obwohl die Mutter nach der langen Flucht sehr geschwächt war, verlief die Geburt reibungslos und schnell. „Es ist unglaublich, welche Strapazen diese Frau hinter sich haben muss“, sagte Stabsarzt Marius S. „Als wir sie an Bord genommen hatten, muss eine schwere Last von ihr gefallen sein.“ Die Geburt des kleinen Mädchens war die erste Geburt an Bord eines Schiffes der Bundeswehr. „Von den äußeren Umständen war es keine normale Geburt. Aber der kleinen Sophia geht es gut“, sagt der Geburtshelfer Marius S., Stabsarzt. Auch der für die Flüchtlinge zuständige Obermaat Charlie M., ist von dem Ereignis beeindruckt:“Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal bei einer Geburt helfen würde. In solchen Momenten spürt man, dass man etwas Sinnvolles tut,“ erklärt er.

Mutter Rahma mit ihrer neugeborenen Tochter ©Bundeswehr /Screenshot

Mutter Rahma mit ihrer neugeborenen Tochter ©Bundeswehr /Screenshot

Die kleine Sophia ist 49 Zentimeter groß und wiegt 3.000 Gramm. Sie und ihre Mutter sind mittlerweile in einer Klinik in Italien. Das Mädchen hat genau wie ihre Mutter die somalische Staatsbürgerschaft.

Auch wenn eine Geburt für die Besatzung neu war, viele Schicksale hat die Besatzung schon begleitet, denn seit dem 7. Mai 2015 wurden  7.263 Menschen von der Bundeswehr im Mittelmeer  aus Seenot gerettet. Davon waren 1.265 Frauen und 476 Kinder.

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