Aids-Forschung: Zweites HIV-infiziertes Baby erfolgreich behandelt

US-Medizinern ist es zum zweiten Mal gelungen, ein mit dem Aids-Erreger infiziertes Baby von HI-Viren zu befreien.

US-Medizinern ist es offenbar erneut gelungen, ein Baby von Aids zu befreien, das von Geburt an mit dem HI-Virus infiziert war. Mit der Aids-Behandlung haben die Mediziner bereits vier Stunden nach der Geburt begonnen, ähnlich wie beim „Mississippi Baby“, das im Frühjahr 2013 von HIV befreit wurde. Beide Fälle weisen darauf hin, dass eine frühe Therapie das HI-Virus aufhalten kann.

Deborah Persaud (John Hopkins Childs Hospital Baltimore)

Deborah Persaud (John Hopkins Childs Hospital Baltimore)

Diesen aktuellen Fall stellten die Mediziner Ende Februar 2014 auf der AIDS-Konferenz in Boston vor. Demnach handelt es sich bei dem Baby um ein bei Los Angeles geborenes Mädchen, das Ende April 2013 zur Welt kam und dank aggressiver Therapie HIV-frei sei. Das „Los Angeles Baby“ kam genau einen Monat nach der erfolgreichen Behandlung des „Mississippi Babys 2013“ zur Welt.

Beim ersten Fall Anfang 2013 in Mississippi wurde ebenfalls das HI-Virus mittels antiretroviraler Medikamente zurückgedrängt. Die Medikamente wurden dem Neugeborenen in den ersten Lebensstunden verabreicht, erläuterte damals Deborah Persaud von der Johns Hopkins University in Baltimore (US-Bundesstaat Maryland).

Heute ist das sogenannte „Mississippi Baby“ dreieinhalb Jahre alt und weiterhin HIV-frei, obwohl es seit zwei Jahren ohne antiretrovirale Medikamente behandelt wird. Das „Los Angeles Baby“ sei zwar HIV-frei, wird aber weiterhin mit Aids-Medikamenten behandelt, daher ist den Wissenschaftlern der genaue Status der Infektion noch unklar.

US-Medizinerin Persaud erläuterte auf einer Konferenz zu Retroviren und ähnlichen Infektionen, dass die frühe Therapie mit antiretroviralen Medikamenten zwar die Gesundheit von Kindern verbessern könne, es jedoch in dem Bereich noch weiteren Forschungsbedarf gebe. Der einzige Weg, um aufzuzeigen, dass die Kinder von HIV vollkommen geheilt sind, ist die komplette Absetzung der Therapie, die jedoch nicht ohne Risiko möglich sei.

Demnächst wollen Mediziner in einer klinischen Langzeitstudie bis zu 60 HIV-infizierte Babys in den ersten 48 Stunden nach ihrer Geburt mit antiretroviralen Medikamenten behandeln. In einigen Jahren dann wird sich herausstellen, ob die Studie erfolgreich verlaufen ist oder nicht. Ein Erfolg könnte die Aids-Behandlung von weltweit 250.000 Kindern verbessern, die jährlich mit dem Aids-Erreger HIV zur Welt kommen.