Ärzte fordern: Rauchverbot im Auto mit Kindern

Wenn Kinder und Jugendliche mitfahren, sollte auch in Deutschland ein Rauchverbot im Auto herrschen, fordert nun die Bundesärztekammer. In vielen anderen Ländern ist das gesetzlich längst geregelt. Nun bald auch in Deutschland?

Kinder und Jugendliche, die im Auto mitfahren, sollten stärker vor dem Passivrauchen geschützt werden, dafür sprach sich nun auch die Bundesärztekammer (BÄK) ausdrücklich aus. Der Vorsitzende der BÄK- Arbeitsgruppe „Sucht und Drogen“  Dr. Josef Mischo erklärte in einer Mitteilung: „In der Fahrgastzelle liegt die Schadstoffkonzentration sogar über der einer durchschnittlich verrauchten Bar

Die Ärztevertreter unterstützten  ausdrücklich die  Forderung der Bundesdrogenbeauftragten Marlene Mortler (CSU), für Rauchverbot im Auto, wenn Minderjährige mitfahren.“Kinder leiden unter dem Passivrauchen noch stärker als Erwachsene“, so Mischo. Passivrauchen verursache akute und chronischen Atemwegserkrankungen, verschlimmere Asthma und erhöhe den Bluthochdruck. Bei Babys und Säuglingen gehöre der passive Konsum von Zigaretten zu den Hauptrisikofaktoren des plötzlichen Kindstods. Passivrauchen erhöhe auch das Krebsrisiko. Kinder rauchender Eltern erkrankten beispielsweise häufiger an Leberturmoren und vermutlich auch an Leukämie.

Zigarettenrauch gefährdet im Auto die Gesundheit massiv © Thinkstock

Zigarettenrauch gefährdet im Auto die Gesundheit massiv © Thinkstock

 

In immer mehr Ländern werden solche Verbote ausgesprochen: seit dem 1. Oktober ist es in Großbritannien verboten im Auto zu rauchen, wenn Kinder mitfahren. Bei einem Verstoß gegen das neue Gesetz drohen 50 Pfund (etwa 70 Euro) Strafe.  Offene Fenster schützen nicht vor der Strafe. Auch in Frankreich stimmte die Nationalversammlung für ein Rauchverbot im Auto, wenn Minderjährige mitfahren. In anderen Ländern wie Griechenland, Südafrika, Teilen Kanadas und der USA sowie in mehreren Territorien Australiens ist der Tabakkonsum im PKW in Anwesenheit Minderjähriger ebenfalls verboten.

In Deutschland wurde zwar immer wieder über das Rauchverbot in Autos diskutiert, bisher gibt es aber kein ähnliches Gesetzesvorhaben.

  • Pipizilla

    Ich find die Idee an sich nicht schlecht, aber dann sollte zuerst mal ein Verbot erlassen werden über das Rauchen in Wohnungen in denen Kinder wohnen/gerade zu Besuch sind. Da das eher nicht durchsetzbar ist, würde ich mal behaupten: nette Idee, bietet Kindern aus Raucherfamilien aber auch kaum Schutz.

  • Kunigunde

    Ich finde es bereits jetzt unerträglich, daß in Deutschland alles mögliche reglementiert wird. In fast alles mischt sich Vater Staat ein und wir haben für oder gegen jeden „Pups“ ein Gesetz. Bitte, versteht mich nicht falsch, ich bin wirklich nicht gegen Gesetz und Ordnung, aber die Tendenz, alles zu übertreiben, lehne ich ab. Demnächst wird uns nach dem Sex noch die Zigarette danach verboten! Es muß auch noch eine Privatspäre geben! Wenn einige Eltern unvernünftig oder gegen das Wohlergehen ihres Kindes handeln, soll man doch im Einzelfall gerne dagegen vorgehen, damit habe ich überhaupt kein Problem. Aber alles wird verallgemeinert. Das wäre fast genauso schlimm, wenn man jeden Übergewichtigen anzeigen darf, wenn man ihn mit einem Stück Kuchen sieht!

    • Diana

      Hier würde nicht eine Tat nach freiem Willen verboten werden, die niemandem schadet. Rauchen ist eine Sucht und der Süchtige handelt in erster Linie immer im Sinne der Sucht. Und diese spezielle Sucht vergiftet Menschen im Umfeld, insbesondere Kinder. Damit schadet der Raucher nicht nur sich selbst (was seine eigene Entscheidung ist) sondern auch allen anderen. Das sollte so komplett wie nur möglich verboten werden. Das ist nicht vergleichbar mit einem Übergewichtigen, der Kuchen isst. Der vergiftet damit keinen. 80% des inhalierten Rauchs tritt in die Atmosphäre. Und damit in die Lungen und Zellen jedes Umgebenden. Das hat nichts mit Reglementierung der Bürger zu tun, sondern mit Fairness und Schutz der deutlichen Mehrheit gegenüber, die nicht die Chance haben frei zu entscheiden ob sie diese Giftstoffe aufnehmen wollen oder nicht.