Ab 1.9.2016: Neuregelung der U-Untersuchung

Das „gelbe Heft“ begleitetet Eltern und Kinder bei den Vorsorgeuntersuchungen. Nun wurde das Heft – und auch die Untersuchungen – neu gestaltet. Hier die wichtigsten Infos, die Eltern wissen dazu wissen sollten.

Ab dem 1. September 2016 gelten neue Regeln für die Vorsorgeuntersuchungen. Das bekannte gelbe „U-Heft“ wurde vollständig überarbeitet. Es sieht nicht nur anders aus, sondern wurde auch inhaltlich überarbeitet und die Untersuchungen neu gestaltet.  Ziel soll bessere Information der Eltern und eine Verbesserung der kinderärztlichen Vorsorge sein.

Was ist neu?

Alle Kinder, die ab dem 1. September 2016 geboren werden, erhalten automatisch das neue überarbeite U-Heft bei der Geburt. Kinder, die noch keine U6 haben, erhalten beim Kinderarzt, ergänzend zum alten U-Heft, ein zweites in der neuen Version, bei älteren Kindern werden die letzen U-Untersuchungen nach den neuen Richtlinien ebenfalls durchgeführt, und in Einlegeblättern im alten Heft dokumentiert.

So sieht das neue U-Heft ab 1.9.2016 aus (c)  Thinkstock/Gemeinsamer Bundesausschuss

So sieht das neue U-Heft ab 1.9.2016 aus (c) Thinkstock/Gemeinsamer Bundesausschuss

Schon auf den ersten Blick fällt die neue Gestaltung auf.  Eltern erfahren mehr über die Inhalte der Vorsorgeuntersuchungen. Mit einer herausnehmbaren Karte, die alle geleisteten Unteruchungen auflistet, soll der Nachweis gegenüber Dritten leichter sein. Damit kann beispielsweise in der Kita dokumentiert werden, dass das Kind regelmäßig untersucht wurde, ohne das bestimmte Details genannt werden.

Die neuen Richtlinien sehen vor, dass ein erweiterter Beratungsbedarf etwa zu Themen wie Stillen und Ernährung, auffälligem Schreien, aber auch zu Schutzimpfungen oder Hilfen in Belastungssituationen festgestellt und  nun von Ärztinnen und Ärzten auch im gelben Heft besser dokumentiert werden,  heißt es in einer Pressemitteilung des Gemeinsamen Bundesausschusses.  Entwicklungsstörungen, die auf eine gestörte Beziehung zurückzuführen sind, sollen ausdrücklich früher erkannt und behandelt werden können.

Auch die  Beratung zum Impfschutz soll verbindlicher Bestandteil der U-Untersuchungen sei. „Damit wollen wir dazu beitragen, dass wichtige Schutzimpfungen rechtzeitig und vollständig vorgenommen werden“, sagte Gesundheitsminister Hermann Gröhe der Nachrichtenagentur dpa.. Weitere Neuerungen der Vorsorgeuntersuchungen sind auch, dass  Neugeborene auf die Stoffwechselerkrankung Mukoviszidose untersucht werden und neue Standards bei Hör- und Sehtest festgelegt werden.

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ)  hält die Neuregelung als „wichtigen Schritt“ für die  bessere Beurteilung der Gesundheit der Kinder. Verbesserungen gibt es nach Angaben des BVKJ vor allem bei den Untersuchungen zur Entwicklung der Sprache, der Fein- und Grobmotorik sowie der Sehleistung.   Bis diese Änderungen aber auch in der Praxis angewendet werden, kann es bis zu einem halben Jahr dauern, erläutert Hermann Josef Kahl, Sprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte.

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