Mehr Kindergeld und weniger Steuern für Familien: So viel soll es bald geben

Schon bald sollen das Kindergeld und die Steuerbeträge erhöht werden – das geplante Familienpaket sieht 10 Milliarden Mehrausgaben in den nächsten vier Jahren vor, die vor allem Familien mit geringen und mittleren Einkommen entlasten sollen.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) will in den schwarzen Zahlen bleiben. Wegen der hohen Konjuktur kann er trotzdem milliardenhohe Ausgaben verplanen, zum Beispiel für ein höheres Kindergeld. Am 27. Juni entscheidet das Kabinett, ob das geplante Familienpaket umgesetzt wird.

Schon seit dem Koalitionsvertrag ist es angekündigt – SPD und CDU/CSU wollen Familien stärken und sie gleichzeitig entlasten. Nun wird es konkret: Ab Juli 2019 soll das Kindergeld zunächst um 10 Euro steigen, eine zweite Erhöhung um weitere 15 Euro auf ingesamt 25 Euro ist für Januar 2021 geplant. Darüber hinaus soll es für Familien einen höheren Grundfreibetrag und höheren Kinderfreibetrag geben. Auch eine Entlastung bei der Einkommenssteuer bzw. der sogenannten kalten Progression – der Steuermehrbelastung durch Nichtanpassung der Einkommenssteuersätze an die Inflation – ist geplant.

So sieht zumindest der Referentenentwurf über 9,8 Milliarden Euro zum jetzigen Zeitpunkt aus. Schon am 27. Juni soll das Familien-Entlastungspaket vom Kabinett beschlossen werden. Die Reform soll vor allem Familien mit mittlerem oder geringem Einkommen entlasten. Nach einer Beispielrechnung des Handelsblatt würde ein Familienhaushalt mit zwei Verdienern und einem Bruttojahresgehalt von 60.000 Euro im kommenden Jahr um 251 Euro entlastet, das entspräche 9,36%. Auch die Kinderfreibeträge sollen ab 2019 angehoben werden: zunächst von 7428 auf 7620 Euro bis auf 7812 im Jahr 2020.

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Kindergeld: Ab Juli 2019 soll es um zehn Euro steigen (© Thinkstock)

Kindergeld: Ab Juli 2019 soll es um zehn Euro steigen (© Thinkstock)

Zehn Milliarden Mehrausgaben (von insgesamt 46 Milliarden) sollen in den kommenden vier Jahren in den Abbau des Solidaritätszuschlags fließen. Acht Milliarden gibt es für den Kita-Ausbau sowie die Erhöhung von Kindergeld, Kinderfreibetrag und -zuschlag. Nach letzten Schätzungen erwarten Bund, Länder und Gemeinden bis zum Jahr 2022 Steuermehreinnamen in Höhe von 63,3 Milliarden Euro. Als Mehrausgaben werden Ausgaben bezeichnet, die die veranschlagten Punkte im Haushaltsplan übersteigen.

Mit bis zu 12.000 Euro Baukindergeld will der Bund Familien bei der Finanzierung eines Eigenheims oder einer eigenen Wohnung finanzieren.

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