Baby und Hund – na und?

Hunde und Kinder – scheinbar eine wunderbare Kombination. Schlägt man Zeitschriften auf, sieht man Bilder von glücklichen Babys mit bezaubernden Bellos. Bin ich die einzige, die das Verhalten meiner Freundin schlimm findet?

Eins vorweg, ich besitze keinen Hund. Hatte auch noch nie einen. Aber ich habe nichts gegen Hunde – naja, fast nichts. Ich lebe in Hannover und finde ehrlich gesagt, dass hier die wenigsten Hunde ein artgerechtes Leben führen können. Und als Mutter ärgere ich mich über die stinkenden Tretminen und kratze nur sehr ungern hündische Hinterlassenschaften von den Rädern des Kinderwagens. Die Tiere können nichts dafür – die Halter schon.
Mich würde sehr interessieren, wie es anderen Müttern im Umgang mit Hunden geht. Meine Tochter ist jetzt 13 Monate alt, sie läuft schon, noch sehr unsicher und tapsig. Mich ärgern Hundehalter, die ihre Hunde nicht anleinen, sodass die Tiere auf mein Kind zulaufen und sie vor Schreck umfällt.
Aber besonders schwierig finde ich den Umgang mit Hundehaltern im Freundeskreis. Meine Tochter Nele soll Tiere kennen lernen, darf sie auch streicheln, aber sie soll erst den Besitzer fragen, ob sie streicheln kann. Respektvollen Umgang eben. Immerhin gibt es ja auch Hunde, die Angst vor Kindern haben und dann zuschnappen.
Eine meiner besten Freundinnen hat schon seit etwa vier Jahren einen Hund – keine Ahnung wie die Rasse genannt wird, aber es ist ein wirklich riesiger Hund. Ein Hütehund, lieb. Aber von ungeheurem Ausmaß! Wenn der sich auf die Hinterpfoten stellt, ist er bestimmt 1,80 m hoch!
Ehrlich gesagt finde ich den Hund schlecht erzogen. Ich glaube, er denkt, dass er der Boss im Haus ist. Und nun hat meine Freundin ein Baby bekommen. Das Baby teilt mit dem Tier die Krabbeldecke, der Hund darf das Baby ablecken! Ein Neugeborenes! Meine Freundin meint, das müsse so sein, denn so würde der Hund das Kind als Teil des Rudels akzeptieren. Ich habe ehrlich gesagt meine Bedenken – und Angst um die Gesundheit des Kindes.
Mit Nele gehe ich nur noch sehr ungern zu Besuch zu meiner Freundin. Denn meine Tochter mag den großen Hund nicht, das kann ich gut verstehen. Beim letzten Besuch saß meine Tochter nur weinend auf meinem Schoß, der Hund lag erst vor dem Sofa und sprang dann auf die Krabbeldecke und kuschelte sich an das Baby (damals sechs Wochen alt). Meine Freundin lachte nur. Dann fiel dem Kind der Schnuller raus  – der landete auf dem Hundefell. Und dann direkt wieder im Babymund. Ich erklärte meiner Freundin, dass sie da wirklich leichtsinnig handelt. Sie erklärte nur, dass ich als Nicht-Hundebesitzerin das nicht verstehen würde.
Ich fühle mich ratlos. Irgendetwas muss ich tun. Ich bin nur völlig verunsichert, was. Kann mir jemand helfen? Sehe ich das alles zu eng? Wie gehen andere mit dem Thema Baby und Hund um?“
*Namen von der Redaktion geändert 

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  • Janugg

    Ich kann deine bedenken gut verstehen. Wir standen vor dem gleichen Problem. Wir haben einen Hund und auch ein Kind.
    Die Lösung, Kind hat den Krabbelpark, der Hund seine Hundebox. Hund gehört nicht in den Krabbelpark, das Kind nicht in die Hundebox.
    Klar kam es auch dazu, dass der Hund mal auf der Krabbeldecke lag, ja er hat das Kind auch schon mal abgeleckt und ja unser Kleiner hat sich auch schon mal so auf den Hund draufgeschmissen, dass sie jaulend davongerannt ist.
    Ich glaube ein gesundes Mittelmass ist hier die Lösung. Nein, das Kind stirbt nicht ab ein wenig Hundesabber, aber man muss es ja nicht fokussieren und den Hund das Kind immer ablecken lassen. Der Hund muss aber auch immer regelmässig entwurmt werden. Auch darf ein Kind nie unbeaufsichtigt mit einem Hund alleine gelassen werden. Daher habe ich immer meinen Kleinen in den Krabbelpark gesteckt, wenn ich mal nicht grad zeit hatte (man muss ja auch mal ab und an aufs Klo)
    Daher meine Antwort; soo schlimm ist es mit einem Hund nicht. Aber der Hund muss wissen, dass er der letzte in der Rangordung im Haus ist.

  • http://please.save-the-pets.com/petition-unterschreiben/ petaKILLSanimals

    Bin auch mit Hunden aufgewachsen die mich ablecken durften und mit denen ich, auf deren Hundedecke!, gekuschelt habe. Die Hunde haben mich innig geliebt und wenn wir im Sommer auf der Wiese unterwegs waren mit den Hunden und ich schon krabbelte und unsicher wankend durch die Gegend tapste, dann war der Hund immer da(neben Oma). Da dürfte auch schon etwas Dreck an mich gekommen sein, aber Dreck schadet Babys weniger als man denkt und Hunde sind auch kein Wandelnder Giftmüllhaufen.

    Mein Onkel hat als Baby von einer Hundewurst sogar ABGEBISSEN in einem unbeobachteten Moment, ausser dass er gestunken hat und meine Oma einen halben Herzinfarkt bekam ist nichts passiert. Es ist sehr eklig aber die Gefahr dass das Kind davon krank wird ist sehr gering. Vorsichtshalber würde ich heute mein Kind nach so einem Vorfall(der hoffentlich nie passiert) auf Würmer untersuchen lassen. Aber die meisten Hunde sind entwurmt(das ist auch sehr wichtig, erst recht wenn Kinder im Haus sind).

    Meine Oma wollte mich erst auch von ihren Hunden(2 Schäferhunde) fernhalten, aber mein Opa hat ihr Gott sei Dank gesagt sie soll das nicht tun. Die beste Entscheidung, die 2 Schäferhunde meiner Oma waren meine besten Freunde und auch die Katzen die bei mir und meiner Schwester, als wir noch KINDER waren, in unseren Betten schlafen durften hätte ich als Kind nie missen wollen. Ich bin überzeugt Kinder die mit Tieren wie Hund oder Katze aufwachsen sind nicht nur weniger anfällig für Krankheiten(eben durch den Kontakt mit Dreck) sondern auch glücklicher und haben ein besseres Verhältnis zu Tieren. Wichtig ist immer nur dass die Eltern drauf achten dass der Hund weiß dass das Baby zum Rudel gehört und der Hund hinter dem Baby in der Rangordnung steht, und dass das Baby/Kind nicht grob zum Hund ist und diesen nicht provoziert und der Hund sich auch immer vom Kind zurückziehen kann wenn ihm das schreien/laute reden oder die Berührungen und die hektische Art des Kindes zuviel werden.

    • Chris Schulz

      Vielen Dank für diesen interessanten Erfahrungsbericht und Kommentar. Es gibt inzwischen in einigen Orten sogar schon wieder spezielle Bauernhof-Kindergärten, in denen Kinder zusammen mit Tieren und normalem Dreck aufwachsen und dadurch weniger anfällig für Krankheiten werden sollen. Und dass Kinder Hundedreck in die Hand oder den Mund nehmen, ist nach meiner Erfahrung in einem hunde- und kinderreichen Stadtteil gar nicht so selten ;-) Viele Grüße,

      • http://please.save-the-pets.com/petition-unterschreiben/ Kürbiskopf

        Das halte ich für die richtige Entwicklung, wir haben die Kinder in den letzten Jahren leider zu sehr von Dreck und Tieren ferngehalten und sie damit nur krank gemacht.

  • Black

    Finde deine Einstellung absolut beschissen…tut mir echt Leid :D :D Habe nun mit mehreren Ärzten geredet und das ist unbedenklich. Bauernnhofkinder sind sogar die gesündesten und das Sozialverhalten wird auch gefördert. Ich finde dich sehr pingelig und frech deiner Freundin gegenüber…hier auch so über sie zu schreiben. Solche Freunde wollte ich nicht.