Spielen im Sand und am Strand – die 8 größten Gefahren für Kleinkinder

Kleinkinder buddeln eifrig im Sand, egal ob auf dem Spielplatz oder am Badestrand. Doch leider ist nicht jeder Spielplatz sauber. Dreck, Tierkot, Scherben oder Zigarettenstummel: was ist ekelig und was ist für Kinder wirklich gefährlich?

Pfützen schlabbern

Eben matschte die Kleine noch fröhlich mit ihrem Eimer an der Pfütze und füllte das Regenwasser in ihre Sandförmchen. Und schon schlürft sie die Dreckbrühe.

In den meisten Fällen ekelig – aber nicht schlimm. Eltern sollten Kindern allerdings deutlich machen, dass das Dreckwasser ungesund ist. Gerade im Sommer bilden sich im Regenwasser rasch Keime. Das Kind könnte eventuell mit Bauchweh oder Durchfall darauf reagieren. Klare Ansage an den Nachwuchs: Pfützen sind pfui.

Wunderbare Steine – furchtbare Kiesel

Auf Spielplätzen gibt es oft eher Kiesel, schöner sind Steinfunde am Meeresstrand. Begeistert tasten schon Krabbelkindern nach den interessanten Stücken. Hart fühlt sich das an. Und wie schmeckt so ein Stein – sofort wird er angeleckt oder in den Mund gesteckt. Bei faustgroßen Steinen kein Problem. Maximal lutscht das Kind am Dreck, das ist harmlos.

Gefahren im Sandkasten für Babys und Kleinkinder (© Thinkstock)

Gefahren im Sandkasten für Babys und Kleinkinder (© Thinkstock)

Schwierig wird es aber, wenn Kinder kleine Steinchen finden und sie sich in den Mund schieben. Denn oft ist der Kiesel dann weg – runtergeschluckt. Runde glatte kleine Steinchen landen dann nach ein paar Tagen in der Windel. Wenn ein Kind aber Bauchweh oder Blut im Stuhl hat, sofort einen Arzt aufsuchen. Denn wenn ein Steinchen spitz oder kantig ist, kann es Schaden anrichten. Genau wie eine verschluckte Glas- oder Plastikscherbe. Oft scheidet das Kind auch die ohne Probleme wieder aus – sicherheitshalber sollten Eltern aber einen Arzt aufzuchen, wen Scherben verschluckt wurden.

Bei kleinen Steinen oder anderen Fundstücken im Sand (etwa Münzen) gibt es allerdings noch eine Gefahr: Sie könnten in der Luftröhre feststecken und können weder herausgehustet, noch heruntergeschluckt werden. Hier ist es gut, wenn Eltern einen Erste-Hilfe-Kurs besucht haben und das Heimlich-Manöver anwenden können. Wichtig ist schnelles Handeln – und eventuell das Rufen eines Notarztes.

Zigarettenstummel

Gerade an Badesstränden – aber leider auch auf Spielplätzen, werden Zigaretten im Sand ausgedrückt und die Stummel einfach zugeschüttet. Ein spannendes Fundstück für Kinder. Größere dekorieren damit vielleicht ein Burg, nur das Anfassen einer Kippe selbst ist nicht gefährlich. Kleinkinder und Babys könnten die Stummel aber auch in den Mund stecken und verschlucken. Das ist dann ein Problem.

Eine ganz verschluckte Zigarette enthält etwa 20 Milligramm Nikotin – für ein Kleinkind ist das bedrohlich, denn Nikotin ist ein Nervengift und kann bei Kindern nicht nur zu Übelkeit, sondern zu Kreislaufversagen und Atemstillstand führen. Ein Zigarettenrest hat natürlich eine kleinere Menge Nikotin, sodass die Vergiftung oft nicht schwer ist. Am besten sollte das Kind sich übergeben – aber nicht zum Erbrechen gezwungen werden. Es ist ratsam, die Giftnotrufzentrale kontaktieren oder gleich ins Kinderkrankenhaus zu fahren.

Dreck im Sand

Toll so ein Sandkuchen! Aber was, wenn das Kind das selbstgebackene Prachtstück wirklich isst? Eigentlich sollte Spielplatzsand einmal im Jahr ausgetauscht werden. Doch tatsächlich ist längst nicht immer der Fall. Ein wenig Dreck und Sand schadet allerdings nicht.

Gefahren im Sandkasten für Babys und Kleinkinder (© Thinkstock)

(© Thinkstock)

Wenn allerdings Katzen oder Hunde die Sandkiste als Klo nutzen, ist der Sand verunreinigt, denn das könnte Durchfallerreger oder Spülwürmer hinterlassen. Auch Vogelkot kann Erreger oder Schimmelpilze enthalten. Ziemlich eklig, wenn das Kind so etwas in den Bauch bekommt. Doch zum Glück meist recht harmlos, schlimme Erkrankungen entstehen dadurch nicht. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass das Kind Durchfall bekommt, sich aber ganz schnell wieder erholt.

Verbrennungsgefahr durch Grillglut

An Badestränden, aber auch auf einigen Spielplätzen wird im Sommer gern gegrillt. Das kann eine wunderbare Sache sein und macht allen Spaß. Doch leider gibt es unverantwortliche Menschen, die die heiße Grillkohle nicht richtig entsorgen.

Immer wieder berichten Medien über tragische Fälle. Im Juli 2013 verbrannte sich die zweijährige Darja am Ostseestrand bei Eutin, wie die Hamburger Morgenpost berichtete. Unbekannte hatten gegrillt und die Kohle einfach liegen lassen und mit Sand bedeckt. Das kleine Mädchen lief über die Glut – die sich im Sand weiter erwärmt hatte – und erlitt schwerste Verbrennungen.

Quallen und Algen

An Badeseen gibt es in warmen Sommern manchmal Blaualgen – diese sind allerdings im Wasser. Normalerweise werden die Seen dann für Badegäste gesperrt, denn es besteht die Gefahr von Durchfallerkrankungen oder allergischen Reaktionen.

Algen am Meer sind hingegen ganz harmlos. Die Wasserpflanzen werden in vielen Ländern gegessen. Andere Meeresbewohner, die ebenfalls angeschwemmt werden, sind allerdings nicht so harmlos: Quallen. Die Tiere bestehen zum Größtenteil aus Wasser – die glibberige Masse fasziniert Kinder. Doch Eltern sollten sie unbedingt warnen, einige Quallenarten (Feuerquallen und Ohrenquallen) können bei Berührungen heftigen Schmerz auslösen. Erkennbar sind sie an ihren rötlich gefärbten Tentakeln. Giftig sind sie allerdings nicht. Allergische Reaktionen sind eher selten. Als erste Maßnahme hilft Kühlung.

An jedem Badestrand könnten Kinder ertrinken

Auch wenn das Wasser sehr niedrig ist – am See oder am Meer dürfen Kinder nie unbeaufsichtigt sein. Ertrinken ist die zweithäufigste Todesursache von Kindern. Kinder ertrinken schnell und lautlos. Auch in sehr flachem Wasser. Mehr darüber lesen Sie im Artikel: Die verkannte Gefahr- Kinder ertrinken leise.

Gefahren am Strand für Babys und Kleinkinder (© Thinkstock)

(© Thinkstock)

Gefährliches Krabbelvergnügen

Für Krabbelkinder ist der erste Sommer am Strand besonders schön. Aber da sie das Wasser und die Steine besonders begeistern, versuchen sie immer wieder an die Wasserkante zu kommen. Hier könnten sie nicht nur von Wellen überrascht werden, auch Quallen können gefährlich werden.

Tipp: Für Minis ein aufblasbares Planschbecken mitnehmen. Es kann kann mit Handtüchern ausgelegt werden und so zum „Krabbelbecken“ werden oder zum privaten Mini-Pool.

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  • BabyBelle

    Super Artikel! Ich bin ja relativ entspannt, was das Schlabbern und Schlecken angeht, auch wenn es mich manchmal schon graust :) Aber es ist gut zu wissen, was harmlos ist und bei welchen Sachen man wirklich aufpassen muss. Die Sache mit der Grillkohle zum Beispiel wäre mir nie eingefallen!