Engel, Feen und Weihnachtsmänner – an wen glauben Kinder?

Kaum eine andere Jahreszeit ist so voller magischer Wesen wie die Weihnachtszeit. Kennen Sie alle diese Fabelwesen? Für Eltern ist es gar nicht immer einfach, den Überblick zu behalten…

Nikolaus, Knecht Ruprecht, Christkind, Weihnachtsmann, Engel, Osterhase und nicht zu vergessen die Zahnfee sind schließlich ganz wichtig, oder? In unserer Familie haben sich mittlerweile recht viele eingeschlichen, die beigefügte Aufzählung ist vermutlich unvollständig und darf gern ergänzt werden.

 

Wer ist wer? Überblick über magische Familienbesucher

Nikolaus:

Der bärtige Geselle sieht eindeutig genauso aus wie der Weihnachtsmann, oder? Zumindest in Schokoladenform ist kaum noch ein Unterschied zu sehen, doch eigentlich ist der Nikolaus ein Bischof und trägt einen Bischofshut. In den meisten Familien schleicht er sich in der Nacht zum 6. Dezember ein. Vor dem Schlafengehen dürfen die Kinder einen Teller und einen geputzten Stiefel hinstellen.

Fakt: Das Nikolausfest wird auch in Kindergärten und Schulen gefeiert, der Heilige bleibt meist unsichtbar. Der Nikolaus bringt ein paar Kleinigkeiten und Süßes mit. Er selbst beschäftigt die meisten Kinder nicht sehr, nur der norddeutsche Nachwuchs rätselt manchmal über die Ähnlichkeit zum Weihnachtsmann.

Trägt Bischofshut: Der echte Nikolaus (c) Thinkstock

Trägt Bischofshut: Der echte Nikolaus (c) Thinkstock

Knecht Ruprecht:

Ist der oft zottelige Assistent des Nikolaus. Er trägt ein braune Kutte, ist grimmig und hört auch auf den Namen Nickel oder Pelznickel. Sein Job war das Austeilen der Rute an unartige Kinder.

Fakt: In vielen Familien ist er in Vergessenheit geraten. Ruten oder Kohlenstücke werden auch gar nicht mehr zu Nikolaus verteilt. Aber immerhin gibt es ja noch Gedichte, die ihm gewidmet sind.

Weihnachtsmann:

Der Überbringer der Weihnachtsgeschenke wird im englischen Sprachraum Santa Claus genannt. Das erklärt die optische Ähnlichkeit, denn tatsächlich ist ja auch der Nikolaus der gleiche Heilige. Der deutsche Weihnachtsmann trägt einen roten Mantel und wird dank vieler Filme dem amerikanischen immer ähnlicher. Allerdings kommt er zu Heiligabend, am 24. 12. und rutscht hierzulande auch nicht durch Kamin.

Fakt: Besonders wichtige Figur im Leben vieler Kinder. Manchmal tauchen auch „echte“ Weihnachtsmänner, verkleidete Onkel oder Studenten, auf. Ziemlich beeindruckend, wenn die Nachbarn so jemanden engagieren und der eigene Nachwuchs (bei dem der Kerl nur laut rumrumpelt, aber unsichtbar bleibt) ihn nicht sehen kann.

 

Bringt  am Heiligabend Geschenke: Der Weihnachtsmann (c) Thinkstock

Bringt am Heiligabend Geschenke: Der Weihnachtsmann (c) Thinkstock

Engel:

Die geflügelte Jahresendzeitfiguren spielen in vielen Familien eher eine dekorative Rolle. Es gibt aber auch Schutzengel, an die täglich kleine Gebete gerichtet werden.

Fakt: Feen, Engel und Elfen haben die Flügel gemeinsam. Kleine Mädchen sind meist sehr fasziniert von ihnen und mögen die pausbackigen Figuren.

Christkind:

Weißes Kleid, lockiges Haar und irgendwie ein engelhaftes Aussehen: vor allem im katholisch geprägten Raum ist es der Überbringer der Geschenke.

Fakt: Das Christkind arbeitet immer enger mit dem Weihnachtsmann zusammen. Auch hier gibt es manchmal verkleidete „Aushilfen“. Immer mehr hat der ältere wohlbeleibte Herr allerdings das zarte Kind ganz ersetzt.

Engelchen oder Christkind? (c) Thinkstock

Engelchen oder Christkind? (c) Thinkstock

Osterhase:

Der hoppelt im Frühjahr vorbei und bringt Eier und Leckereien, die er versteckt. Auch ihn lernen eigentlich alle Kinder kennen, denn nicht nur in Kindergärten, sondern in Schulen, Supermärkten und Bildbüchern ist er ab Anfang des Jahres präsent.

Fakt: Ob ein Hase wirklich soviel schleppen kann? Das finden viele Kinder schon früh etwas schräg. Er ist die erste der Figuren, an die oft nicht mehr geglaubt wird.

Zahnfee:

Auch diese Dame ist ein Import. Die wenigsten Eltern kennen die Dame noch aus der eigenen Kinderzeit. Aber nett ist der Brauch schon, und darum übernehmen ihn viele Familien. Fällt ein Milchzahn aus, kommt über Nacht eine Fee, nimmt den Zahn mit und hinterlässt eine Kleinigkeit.

Kommt nur in der Nacht: die Zahnfee (c) Thinkstock

Kommt nur in der Nacht: die Zahnfee (c) Thinkstock

Fakt: Da die Zahnfee wohl die Jüngste im Trupp der fantastischen Figuren ist, gibt es sehr verschiedene Arten, wie sie die Kleinen beehrt. Manchmal bringt sie nur etwas, wenn der Zahn auch gesund ist. Andere Familienfeen nehmen auch ein schönes Bild mit, wenn das Kind den Zahn behalten möchte.

Christkind oder Weihnachtsmann? (c) Thinkstock

Christkind oder Weihnachtsmann? (c) Thinkstock

Eltern entscheiden, welche magische Gestalt die Familie besuchen darf

Jede Familie sollte selbst entscheiden, ob Kinder Legenden zu hören bekommen oder nicht. Einige Kandidaten werden sich einfach ganz allein einschleichen. Andere werden Eltern gern willkommen heißen, denn sie selbst haben die magischen Gestalten schon als Kind geliebt. Wichtig: Eltern sollten sich gut absprechen und ein gemeinsames Familienritual entwickeln.

Die Zeit der magischen Gestalten ist oft nur kurz. Im Grundschulalter werden die meisten Kinder damit konfrontiert, dass der Weihnachtsmann und seine Kollegen nur Legenden seien. Bei uns kam die Erstklässlerin in der Adventszeit betrübt nach Hause: „Mama, stell dir vor, es gibt Eltern, die glauben nicht an den Weihnachtsmann. Die kaufen dann einfach Geschenke. Und wenn der Weihnachtsmann das sieht, bringt er nichts mehr, das ist doch traurig.“ Irgendwie schon. Aber die meisten Kinder bemühen sich, ihren Eltern den Glauben nicht zu nehmen, die freuen sich doch immer so niedlich.

Wie ist es bei Ihnen? Gibt es in Ihrer Familie bestimmte Figuren und Rituale? Sollten Kinder irgendwann aufgeklärt werden oder warten Sie lieber einfach ab, bis die Zeit der Magie sich von allein erledigt hat? Wir freuen uns auf Kommentare!

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  • Martin

    Ich finde fantastische Wesen sind für mich und für meine Kinder ein Geschenk. Sie schaffen ein Gefühl dafür, dass es neben unser materialistisch geprägten Welt auch noch etwas anderes gibt…etwas worin man vertrauen kann, was sich uns zuwendet, was natürlich nur in uns wohnt, deshalb aber allen äußerlichen Widrigkeiten widerstehen kann. Es hat was mit einer Herzqualität zu tun, die in unserer kopfgesteuerten Welt genährt werden muss.