Kaiserschnitt-Fragebogen Userin 004

1) Ich habe 1 Kind zur Welt gebracht, davon durch Kaiserschnitt 1 (März 2008). 2) Beruf: Zoofachhändlerin 3) Wenn ich das Wort “Kaiserschnitt” höre, fallen mir spontan folgende Begriffe ein: unnatürliche Geburt, Spinale, kein Geburterlebnis, kein Abschluss der Geburt in meinem Kopf. 4) Die Geburt meines/r Kindes/r Nach 8 wöchigem Aufenthalt in der Uniklinik entschieden die Ärzte meinen […]

1) Ich habe 1 Kind zur Welt gebracht, davon durch Kaiserschnitt 1 (März 2008).

2) Beruf: Zoofachhändlerin

3) Wenn ich das Wort “Kaiserschnitt” höre, fallen mir spontan folgende Begriffe ein: unnatürliche Geburt, Spinale, kein Geburterlebnis, kein Abschluss der Geburt in meinem Kopf.

4) Die Geburt meines/r Kindes/r
Nach 8 wöchigem Aufenthalt in der Uniklinik entschieden die Ärzte meinen Sohn per Sectio in der 33+5 Woche zu holen, da sie meinen Blutdruck nicht mehr in Griff bekamen, die Versorgung meines Sohnes immer knapper wurde und durch diesen Zustand mit einem vorzeitigen Blasensprung zu rechnen war. Laut der Ärzte wäre eine normale Geburt für meinen Sohn und mich lebensbedrohlich gewesen, was ich bis heute bedauere.
Alles ging eigentlich recht flott; ich wurde in den OP geschoben und die Spinalanestäsie wurde von einem sehr netten Narkosearzt gelegt. Ich hatte Angst, dass es weh tat, aber es war gar nicht schlimm, eher wie eine Blutabnahme. Nachdem sie getestet hatten, ob ich noch etwas spüre, wurde geschnitten, dann spürte ich wie an mir gerüttelt und gedrückt wurde und plötzlich war das kleine Gewicht (1460grm) meines Sohnes von meinem Bauch verschwunden.Er schrie nicht, kein Ton war zu hören, es schnürte mir die Kehle zu. Die Hebamme, die ihn in Emfang nahm, rannte mit ihm schnell an mir und meinem Mann vorbei, ich konnte keinen Blick auf ihn erhaschen, aber direkt als sie mit ihm zur Tür hinaus war, kam der erlösende Schrei! Ich hatte Tränen in den Augen und sagte zu meinem Mann er soll schnell hinterher, mindestens sein Papa soll doch bei ihm sein. Während er untersucht wurde, wurde ich zugenäht; eine Ewigkeit für mich und ich fühlte mich etwas leer und verwirrt . . . kein Pressen, kein Hecheln, kein Geburtsschmerz, der diese Schwangerschaft zu Ende gebracht hatte und doch war ich in diesem Moment Mama geworden. Nach einer Stunde wurde mir dann kurz mein Sohn gebracht, bevor er auf die Frühchenstation aufgenommen wurde; ich konnte ihn zum ersten Mal sehen und war stolz! Die Narbe verheilte von Anfang an gut und die Schmerzen waren erträglich, nach 3 Tagen konnte ich leicht herum laufen und wurde entlassen. 4 Wochen später durfte dann auch mein Sohn endlich nach Hause kommen.
 
5) Die Indikation(en) = Gründe für meine Sectio(nes):
Gestose und Plazentainsuffizienz
 
6) Hatte  ich Angst vor dem Geburtsschmerz / einer Dammverletzung?
Nein.
 
7) Hätte ich gerne vaginal entbunden?
Sehr gerne.
 
8) War der Kaiserschnitt für mich die ideale Form der Geburt?
Da es keine andere Wahl gab, ohne das Leben von meinem Sohn und mir zu retten, ja!
 
9) Habe ich den Kaiserschnitt als Trauma empfunden?
Nein, es war ja ein geplanter Kaiserschnitt, auf den ich mich mental schon 8 Wochen zuvor einstellen konnte.
 
10) Vermittelt mir mein Umfeld das Gefühl versagt zu haben?
Wenn ich mit anderen Frauen über die Geburt sprach oder spreche, die “normal” entbinden konnten, habe ich manchmal das Gefühl, sie würden auf mich herab schauen und sich mehr als “Mutter” fühlen als ich. Anfangs habe ich mich schlecht gefühlt und mich schlecht fühlen lassen, aber das passiert mir nicht mehr .. . denn OHNE Kaiserschnitt wäre ich wirklich keine Mama!
 
11) Meine Meinung zum Thema Kaiserschnitt:
Nur wenn es nicht anders geht und das Leben von Mutter oder Kind gefährdet sind. Heutzutage ist ein Kaiserschitt eine Routine Operation und man muss wirklich keine Angst davor haben.
 
12) Meine Kaiserschnitt-Narbe(n) ist/ sind ca. 11 cm lang
 
13) Spüre ich meine Kaiserschnitt-Narbe(n)?
Gar nicht.
 
14) Finde ich meine Kaiserschnitt-Narbe(n) hässlich?
En wenig.
 
15) Habe ich sie gepflegt / behandeln lassen?
Ich habe sie täglich mit einer selbst angemischten Salbe meiner Hebamme eingecremt und sie ist sehr schnell verheilt.
 
Wir stellen genau die gleichen Fragen wie im Buch “Der Kaiserschnitt hat kein Gesicht” – in Kooperation mit edition riedenburg, dem Verlag des Kaiserschnittbuchs.
 
Kaiserschnittbuch