Kaiserschnitt-Fragebogen Userin 057

1) Ich habe 1 Kind zur Welt gebracht, davon durch Kaiserschnitt 1. 2) Beruf: Biotechnologin 3) Wenn ich das Wort “Kaiserschnitt” höre, fallen mir spontan folgende Begriffe ein: Sectio, schneiden, schrecklich, mein Baby, Trauer 4) Die Geburt meines Kindes: Nachts gegen 3 Uhr bin ich mit Wehen aufgewacht, um halb 5 hab ich dann meinen Mann geweckt, der dann gegen […]

1) Ich habe 1 Kind zur Welt gebracht, davon durch Kaiserschnitt 1.

2) Beruf: Biotechnologin

3) Wenn ich das Wort “Kaiserschnitt” höre, fallen mir spontan folgende Begriffe ein: Sectio, schneiden, schrecklich, mein Baby, Trauer

4) Die Geburt meines Kindes:

Nachts gegen 3 Uhr bin ich mit Wehen aufgewacht, um halb 5 hab ich dann meinen Mann geweckt, der dann gegen halb 6 im Spital angerufen hat. Dann hab ich noch geputzt, Musik gehört und geduscht, bis es mir nicht mehr so gut ging. Um halb 8 waren wir dann im Spital. Der Muttermund war schon 4-5 cm geöffnet.

Während den Wehen war es mir anfangs total schlecht und ich bin die ganze Zeit rumgelaufen. Ich wusste, dass mein Baby sehr groß war, die Hebamme meinte aber, es sollte schon normal gehen. Als ich dann nicht mehr richtig laufen konnte wurde wieder ein CTG gemacht, die Wehen kamen alle 4 Minuten, dann wurde festgestellt, dass mein Kleiner nicht richtig im Becken liegt, der Muttermund war da schon ganz geöffnet.

Es wurde versucht, dass er sich durch Wechsellagerung richtig dreht, also 10 Minuten auf der rechten Seite, dann 10 Minuten auf der linken Seite… Nachdem dann nach über 1 Stunde grünes Fruchtwasser kam, kam ich ganz schnell in den OP. Dort hab ich schrecklich geweint, da die Geburt so gelaufen ist, wie ich es immer befürchtet habe.

Als mein Sohn geboren war, kam er gleich mit meinem Mann zur Untersuchung, habe ihn nur kurz gesehen. Im Aufwachzimmer, nachdem ich zugenäht war, musste ich noch mehr weinen, weil ich da erst richtig realisiert habe, dass ich gerade ein Kind bekommen habe. Er wurde mir dann gebracht und an die Brust gelegt.

Die ersten 2 Tage konnte ich mich nicht richtig um ihn kümmern, erst am 2. Tag ihn wickeln. Ich hatte schreckliche Schmerzen und konnte kaum gerade laufen. Die ersten Wochen nach der Geburt konnte ich nicht richtig laufen und nur unter Schmerzen aufstehen. Es hat auch eine ganze Weile gedauert, bis ich überhaupt mit diesem Geburtserlebnis klar gekommen bin.

Manchmal finde ich es heute noch traurig, mein größter Wunsch war eine vaginale Geburt. Die ersten Wochen nach der Geburt musste ich jeden Tag daran denken, langsam lässt das jetzt nach 5 Monaten nach. Durch diese Aktion lerne ich, dass mich meine Narbe nicht verhöhnt und mit dem Finger auf mich zeigt. Eigentlich ist sie auch gar nicht so hässlich, durch sie kam mein wunderschöner Sohn zu mir. Mein Mann findet sie auch nicht hässlich und küsst sie ab und zu, das hilft mir sehr.

Ich hoffe so sehr dass ich so etwas nicht nochmal erleben muss und es das nächste Mal besser läuft.

5) Die Indikation(en) = Gründe für meine Sectio(nes): Geradstand

6) Hatte  ich Angst vor dem Geburtsschmerz / einer Dammverletzung? Nein

7) Hätte ich gerne vaginal entbunden? Ja

8) War der Kaiserschnitt für mich die ideale Form der Geburt? Nein

9) Habe ich den Kaiserschnitt als Trauma empfunden? Ja
 
10) Vermittelt mir mein Umfeld das Gefühl versagt zu haben? Nein
 
11) Meine Meinung zum Thema Kaiserschnitt: 

Jede Frau muss selbst entscheiden wie sie entbinden möchte. Ich bin auch froh, dass es diese Art der Entbindung gibt, nicht auszudenken was aus mir und meinem kleinen Schatz sonst geworden wäre.

12) Meine Kaiserschnitt-Narbe(n) ist 13 cm lang.
 
13) Spüre ich meine Kaiserschnitt-Narbe(n)? Ja
 
14) Finde ich meine Kaiserschnitt-Narbe(n) hässlich? Ja und Nein (momentan fange ich an, sie als einen Teil von mir zu sehen, Danke für die Möglichkeit meine Narbe zu zeigen, zu ihr zu stehen und andere Narben zu sehen)
 
15) Habe ich sie gepflegt / behandeln lassen? Nein

 

 

 

Wir stellen genau die gleichen Fragen wie im Buch “Der Kaiserschnitt hat kein Gesicht” – in Kooperation mit edition riedenburg, dem Verlag des Kaiserschnittbuchs.
 
Kaiserschnittbuch